
doi: 10.22028/d291-34022
„Digitalisierung“ ist in aller Munde. So uberboten sich in den Wochen vor der letzten Bundestagswahl viele Parteien mit oft dubios bleibenden Parolen zur Forcierung einer vorgeblich notwendigen „Digitalisierung“, als deren – hoflich formuliert: – bedenklichste hier „Digital first. Bedenken second.“ genannt sei. Aber auch im Kontext von Bildung, Schule, Bildungspolitik und Didaktik finden wir – in den letzten Jahren zunehmend, nun auch bis in die tagespolitische Berichterstattung von Presse und Fernsehen hinein – Fokussierungen auf „Digitalisierung“, die nun sogar Forderungen z. B. nach „Digitaler Bildung“ und „Digitalem Lernen“ nach sich ziehen. Und die Gesellschaft fur Didaktik der Mathematik (GDM) hat im Juli 2017 ein Positionspapier veroffentlicht, bei dem es expressis verbis u. a. auch um „digitale Bildung“ geht. Aber konnen denn „Bildung“ und „Lernen“ digital sein? Wurde das bei der Wortwahl sorgsam bedacht, oder begegnen wir hier einem weiteren lockeren, quasi selbstredenden (?) Umgang mit Sprache, wie er wohl im Alltag und oft auch in der Presse ublich ist? Was also sollen oder konnen Termini wie „Digitale Bildung“ bedeuten ? Und: Sind solche Bezeichnungen im erziehungswissenschaftlichen Bereich als verfehlt zuruckzuweisen? Zunachst wird anhand einiger Zitate aufgezeigt, wie derzeit Termini wie „Digitalisierung“ und z. B. „Digitale Bildung“ im Bildungskontext gebraucht werden. Medienpadagogische Aspekte fuhren dann zu einem Vorschlag, welche didaktische Rolle eine „Digitalisierung“ im Rahmen von Bildung und Allgemeinbildung spielen konnte und wohl auch sollte. Dazu wird vorab kurz die informationstechnische Bedeutung von „Digitalisierung“ erlautert, um dann Fehlinterpretationen in den Zitaten verdeutlichen zu konnen.
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