
Frankreich befand sich lange Zeit in einem klimapolitischen ?Teufelskreis, in dem sich mangelnde Information und mangelndes Interesse gegenseitig verscharften? (Brodhag 1997). Dazu trug die enge Verquickung zwischen Burokratie und wirtschaftlichen Interessengruppen sowie die zentralistische Struktur des Landes bei. Die klimapolitische Debatte fand in einem kleinen Kreis von Naturwissenschaftlern und Okonomen quasi unter Ausschlus der Offentlichkeit statt. Umweltorganisationen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Erst seit Kyoto hat sich das offentliche Interesse etwas erhoht. Im internationalen Kontext spielte Frankreich durch das Festhalten an einem Pro-Kopf-Ziel stets eine Bremserrolle und behinderte dabei die Entscheidungsfindung innerhalb der EU. Auserdem war es immer skeptisch gegenuber marktorientierten Instrumenten wie dem Emissionsrechtshandel. Im Inland kommt die Umsetzung klimapolitischer Instrumente nur schleppend voran. Trotz der starken politischen Betonung von ?no-regret?-Masnahmen, die zur Ablehnung weitreichender fiskalischer Instrumente fuhrt, werden aufgrund des Lobbydrucks vorrangig sehr teure Masnahmen durchgefuhrt - so z.B. die Subventionierung von Elektroautos und Biotreibstoffen. Aufgrund der erdruckenden Rolle der Atomstromerzeugung, der Regel der Einheitlichkeit der Energiepreise im ganzen Land und des monopolistischen Angebots liegen die hohen Potentiale fur erneuerbare Energien - vor allem im Bereich der Holz- und Windkraftnutzung, aber auch bei der Solarthermie - weiterhin brach. Es gibt bislang keine relevante Interessengruppe im Bereich der Klimaschutzindustrie. Erst in jungster Zeit hat hier ein gewisses Umdenken eingesetzt. Vor allem auf den uberseeischen Inseln konnte ein Durchbruch bei der dezentralen Energieversorgung erreicht werden.
Environmental Economics and Policy
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