
Denkt man an Barrieren, tauchen zunächst einmal rote und weiße Streifen vor dem geistigen Auge auf. Straßensperrungen, Zäune, Schranken an Bahnübergängen und Parkhäusern, sechseckige Schilder mit warnendem STOP darauf. Solcherlei Barrieren sind ‚die Guten‘, sie wollen Menschen von potenziellen Gefahren fernhalten und schützen. Doch nicht alle Barrieren sind so gutmütig – immer wieder tun sich sowohl im ‚echten Leben‘ als auch in Medien Barrieren auf, die eigentlich niemand will und brauchen kann. Treppen etwa, wo ein Rollstuhlfahrer in den fünften Stock muss. Deutsche Textwüsten, in denen Menschen mit anderer Muttersprache nur ‚Bahnhof‘ lesen können. Homepages mit winziger Schrift, die die Seniorin erst zur Lesebrille und dann resigniert zur Zeitung greifen lassen. Seiten mit Werbebannern und Bildanordnungen, die Braille-Software an den Rand des Absturzes bringt. Solche Barrieren verhindern, dass alle Menschen gleichermaßen Zugang zu Gegenständen, Einrichtungen und Medien haben können und sind deshalb weniger beliebt – im Gegenteil. Menschen, Institutionen und Anbieter bemühen sich nach Kräften, diese Barrieren abzubauen und Angebote zu schaffen, die sich als ‚barrierefrei‘ bzw. ‚zugänglich‘ (vom englischen Ausdruck accessability) bezeichnen können. In Deutschland ist dieser Wunsch sogar gesetzlich festgelegt: Das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen erklärt etwa in § 4: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.“Generell sollte es natürlich Ziel sein, (Medien-)Angebote so zu gestalten, dass alle potenziellen Nutzerinnen und Nutzer sie auch für sich in Anspruch nehmen können, ohne dass die Aneignung zum Lebenswerk wird – auch und gerade aus medienpädagogischer Sicht. Denn wer mit Kindern oder älteren Menschen, mit Menschen mit Migrationshintergrund oder aus bildungsbenachteiligten Milieus, mit Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen arbeitet – also wer überhaupt mit Menschen arbeitet, sollte auch versuchen, ‚menschen‘gerechte Angebote zu machen.
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