
Japan hat im Politikfeld Geschlechtergleichstellung – gender equality – seit der Unterzeichnung der UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (1979) Maßnahmen mit beachtlichen Zielen beschlossen – insbesondere gilt dies für das Basic Law for a Gender-equal Society von 1999. Dennoch zeigt Japan im internationalen Vergleich auffallend niedrige Gleichstellungswerte, etwa mit Platz 105 von 136 Ländern im Global Gender Gap Report 2013. Diese Studie fragt nach den Gründen für die Diskrepanz zwischen Zielen und Politikergebnis von Programmen für gender equality in Japan. Vorannahmen sind, dass, erstens, der geringe Erfolg auf die Phase der Implementierung zurückzuführen ist, und zweitens, dass die Präfekturen, die im Zuge von Dezentralisierungsreformen in den 1990er Jahren formal einen Bedeutungszugewinn als eigenständige Vollzugsträger erfahren haben, dabei eine wichtige Rolle spielen. Exemplarisch vergleicht die Politikfeldanalyse Implementierungsprozesse des Basic Law for a Gender-equal Society in den Präfekturen Nagasaki und Shiga – Fallbeispiele, deren Implementierungsstrategien mit sehr unterschiedlichem Erfolg zu verlaufen scheinen. Drei Zielsetzungen leiten die Analyse: Neben einer Bestandsaufnahme der Umsetzung werden mögliche, auf Akteure und institutionellen Rahmen bezogene Gründe, die den Erfolg der Implementierung beeinträchtigen, sowie Faktoren für besonders hohen outcome, insbesondere durch progressive Selbstverwaltungsinitiativen, herausgearbeitet.
Originaltext vom Verlag; nicht vom SfBS bearbeitet.
Soziologie, Gesellschaft, Geschlechtergleichstellung, 300
Soziologie, Gesellschaft, Geschlechtergleichstellung, 300
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