
Untersuchungen von Lowenzahn Taraxacum officinale Web. in Polen, Rumanien und Deutschland haben gezeigt, dass diese Art in immionsbelasteten Gebieten verschiedene Elemente in Abhangigkeit von der Immissionsintensitat anreichern kann. In dieser Arbeit wird nun der Frage nachgegangen, ob Taraxacum officinale die Elemente uber die Blatter aus der atmospharischen Deposition (trockene oder nasse) oder/und uber den Boden akkumuliert. Dazu wurden in der Stadt Zittau (Sachsen) in einem 500 × 500 m2 Raster 57 Lowenzahn-Mischproben aus mindestens 10 Pflanzen und 57 Bodenproben an den Wuchsstellen genommen. Neben der Analyse des Bodens im Vollaufschluss wurden die Elementgehalte der mobilen Fraktion nach DIN V 19739 bestimmt. Die Elemente Al, As, Ba, Ca, Cd, Ce, Co, Cr, Cu, Fe, Ga, K, Mg, Mn, Mo, Na, Ni, Rb, Sr, Ti, Tl, V und Zn wurden mittels Massen-und Atomemissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS und ICP-OES) untersucht. Die Analysewerte der Bodenproben wurden mit den Ergebniswerten der Blatter (gewaschene und ungewaschene Proben) auf signifikante Korrelationen und auf ahnliche raumliche Verteilungsmuster hin untersucht. Es konnte einerseits nachgewiesen werden, dass zwischen den Elementgehalten des Bodens im Vollaufschluss und jenen in der Pflanze mit den Ausnahmen der Elemente Tl und Zn keine Beziehung besteht, andererseits konnten fur 14 Elemente (As, Ba, Cd, Cu, Ga, K, Mn, Mo, Na, Ni, Rb, Ti Tl und Zn) signifikante Korrelationen zwischen mobiler Bodenfraktion und gewaschenen Taraxacum officinale Blattern nachgewiesen werden. Fur die Elementgehalte von Al, Ce, Fe, Ti, und V konnte bei den ungewaschenen Taraxacum-Proben das gleiche Verteilungsmuster festgestellt werden. Nach der Waschung, liegen die Elementgehalte von Al, Ce, Fe, Ti und V insgesamt niedriger. In den gewaschenen wie in den ungewaschenen Blattproben liegen signifikante multielementare Korrelationen (r≥0,75) zwischen Al, Ce, Fe, Ti und V vor. Die Elementgehalte von Al, Ce, Fe, Ti und V im Lowenzahnblatt spiegeln folglich die atmospharische Deposition wider. Daruber hinaus wurde die Zulassigkeit der Interpolation von Punktdaten auf die Stadtflache anhand von zwei Rasterquadraten (Innenstadt, Stadtrand) mit zusatzlichen 4 bzw. 5 Probenahmepunkten untersucht. Es zeigt sich, dass Stadtgebiete kleinraumig stark variablen Einflussen (Abgase, punktuelle, Emittenten) unterliegen. Die Verteilung der Stoffe uber die Luft ist durch stadtebauliche Hindernisse wie Hauserreihen nicht gleichmasig. Eine flachige Interpolation von Schadstoffmessungen in Stadten ist somit nur bei standardisierter Probenahme sinvoll.
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