
doi: 10.1055/a-1375-0669
ZusammenfassungEine oromandibuläre Dystonie ist charakterisiert durch unwillkürliche tonische oder klonische Spasmen der Kau- und / oder Zungenmuskulatur bzw. der Muskeln im stomatognathen System. Sie wird oft fälschlicherweise als kraniomandibuläre Dysfunktion oder psychiatrische Erkrankung diagnostiziert. Aufgrund der klinischen Bilder wird die oromandibuläre Dystonie in 6 Subtypen (Kieferschluss-, Kieferöffnungs-, Zungen-, Kieferdeviations-, Kieferprotrusions-, und Lippendystonie) eingeteilt. Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, z. B. Injektion von Botulinum-Toxin, Muskelafferenzblockierung (Injektionen von Lidocain und Äthanol in die Kau- oder Zungenmuskulatur zur Blockierung der Afferenzen der Muskelspindeln), Aufbissschiene und chirurgische Eingriffe (Coronoidotomie). In vielen Fällen können aufgrund des Subtyps die Symptome durch eine Kombination dieser Methoden erfolgreich behandelt werden. In diesem Leitthema werden spezielle Therapieempfehlungen für jeden Subtyp beschrieben. Eine genaue Diagnose und Behandlung einer oromandibulären Dystonie erfordert umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten sowohl in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie als auch in der Neurologie. Daher ist die Zusammenarbeit zwischen diesen Abteilungen sehr wichtig.
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