
doi: 10.1038/127130a0
Es wird der Meinungsaustausch zwischen Milne, Eddington und Jeans dargelegt, der am 9. Januar d. J. während der Sitzung der Royal Astronomical Society in London stattfand. Milne erklärte, daß der Hauptzweck seiner Theorie des Sterninnerns in der Befreiung der Eddingtonsehen Theorie von ad hoc-Hypothesen liege. Ebensowenig könne er Jeans Theorie annehmen, da diese von nichtwahrscheinlichen Extrapolationen der physikalischen Gesetze Grebrauch macht. Die von Eddington abgeleitete Masse-Leuchtkraft-Beziehung betrachtet er nicht als eine mögliche Folgerung aus den Grundformeln des Problems, dazu wäre es unbedingt notwendig, noch eine Gleichung beizufügen, die die unbekannte Abhängigkeit der Energieentwicklung im Sterninnern ausdrückt. Milne geht deshalb von beobachteten Größen aus, welche die Verhältnisse auf der Oberfläche eines Sternes so gut wie möglich darstellen. Diese im Auge haltend, versucht er von der Oberfläche in das Sterninnere vorzudringen, ohne aber Voraussetzungen zu machen, die durch Beobachtung nicht verbürgt wären. Eddington entgegnete, daß der Hauptunterschied zwischen seinen und den Jeanschen Untersuchungen nur in der Verschiedenheit der angenommenen Voraussetzungen liege, während er aber mit Milne auch nicht mit der mathematischen Behandlung des Problems übereinstimmen könne. Er glaubt nicht, daß die Milnesche Theorie die vorhandenen Schwierigkeiten, insbesondere die, welche mit der Masse-Leuchtkraft-Beziehung verbunden sind, beseitigen könne. Der Ansicht Milnes nach besteht ein Stern aus einem sehr dichten, heißen Kern, in dem der größte Teil der Sternmasse konzentriert ist und der von einer Gashülle geringer Dichte umgeben ist. Die daraus für den Kern folgende Dichte ist 700 000, während Eddington aus seiner Theorie nur 70 findet. Dieser große Unterschied wäre kaum durch eine Änderung der Opazität zu beseitigen, da beide Theorien eine größere Opazität verlangen, als es nach den heutigen physikalischen Ansichten möglich ist, doch ist diese Nichtübereinstimmung in der Milneschen Theorie viel größer als in der Eddingtonschen, da sie dort durch die große Konzentration der Sternmasse im Innern des Sternes verursacht wird. Jeans stimmte fast völlig mit Eddington überein, er sieht nichts Neues in der Milneschen Theorie. Die Integration vom Sterninnern gegen die Oberfläche zu führt zu bestimmten Lösungen, deren Anzahl an der Oberfläche unendlich wird. Wenn also Milne von der Oberfläche gegen das Sterninnere zu integriert, so ist es gleichgültig, mit welcher Lösung an der Oberfläche er beginnt, immer muß er zu einem einzigen bestimmten Wert im Sterninnern gelangen. Dieser zweite Weg ist aber viel mühseliger als der erste. Da die Milnesche Theorie keine Verbesserung bedeutet, betrachtet diese Jeans als bedeutungslos. Lindemann sieht einen Vorzug in der Milneschen Theorie, da diese die einzige ist, welche zu großen Temperaturen im Sterninnern führt. In der Eddingtonschen Theorie sind die Tempe\-raturen zu klein, um eine Verwandlung der Masse in Strahlung verursachen zu können. Milne rechtfertigte seine Untersuchungen, indem er die Notwendigkeit, von beobachteten Tatsachen auszugehen, betonte, und da nur die Oberfläche eines Sternes der Beobachtung zugänglich ist, eine Integration von der Oberfläche gegen das Sterninnere zu der einzig mögliche verläßliche Weg sei, die Struktur der Sterne zu erforschen.
astronomy, astrophysics, Galactic and stellar structure, stellar structure
astronomy, astrophysics, Galactic and stellar structure, stellar structure
| selected citations These citations are derived from selected sources. This is an alternative to the "Influence" indicator, which also reflects the overall/total impact of an article in the research community at large, based on the underlying citation network (diachronically). | 1 | |
| popularity This indicator reflects the "current" impact/attention (the "hype") of an article in the research community at large, based on the underlying citation network. | Average | |
| influence This indicator reflects the overall/total impact of an article in the research community at large, based on the underlying citation network (diachronically). | Average | |
| impulse This indicator reflects the initial momentum of an article directly after its publication, based on the underlying citation network. | Average |
