
pmid: 11441697
Durchfall ist die häufigste Gesundheitsstörung bei Reisenden nach tropischen Destinationen mit einer Inzidenz von bis zu über 50%. Gleichzeitig stellen Durchfälle den häufigsten Grund zur Arztkonsultation nach einer Tropenreise dar. Da oral aufgenommene infektiöse Pathogene die überwiegende Ursache darstellen, sind präventive Verhaltensregeln hinsichtlich Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene einfach zu definieren, aber nur schwer konsequent einzuhalten. Während bakterielle Enteropathogene, allen voran enterotoxigene Escherichia coli (ETEC), die häufigsten Verursacher von Durchfällen während kürzeren Tropenreisen darstellen, fallen bei den nach Rückkehr auftretenden, persistierenden oder rezidivierenden Motilitätsstörungen der Verdauung Protozoeninfektionen und postinfektiöse Regulationsstörungen vergleichsweise stärker ins Gewicht. Obwohl Antibiotika sich in zahlreichen Studien sowohl präventiv als auch therapeutisch als wirksam zur Reduktion der Dauer von Reisedurchfällen im engeren Sinne (während der Reise) erwiesen haben, ist bei dieser praktisch immer selbstlimitierenden und selten bedrohlichen Erkrankung ein zurückhaltender Einsatz derselben zu postulieren. Wesentlich dürftiger ist die Datenlage bei Durchfällen von Tropenrückkehrern. Dementsprechend – und der Erfahrung entsprechend – ist bei diesen von einer voreiligen Antibiotikaverordnung deutlich abzuraten. Motilitätshemmer (Loperamid) sind geeignet, die Entleerungsfrequenz auf ein erträgliches Maß zu senken, sollen aber bei febrilen Durchfällen und Kindern zurückhaltend eingesetzt werden. Bei Kleinkindern < 2 Jahren ist deren Anwendung kontraindiziert. Die Einnahme von Probiotika hat in Studien widersprüchliche Resultate gezeigt. Als in jedem Fall imperative überbrückende Maßnahme bis zur Genesung – erfolge diese spontan oder durch eine mehr oder weniger spezifische Therapie begünstigt – ist der Rehydratation und dem laufenden Flüssigkeitsersatz die größte Aufmerksamkeit zu schenken.
Adult, Diarrhea, Travel, Protozoan Infections, Bacterial Infections, Loperamide, Anti-Bacterial Agents, Primary Prevention, Anti-Infective Agents, Acute Disease, Practice Guidelines as Topic, Fluid Therapy, Humans, Antidiarrheals, Child, Switzerland, Fluoroquinolones
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