
doi: 10.1007/bf02885139
Wenn wir die kritische Frage an die Psychologie stellen, ge raten wir in Verlegenheit, Wie ist Psychologie als Wissenschaft ?berhaupt m?glich? Unsere bewu?ten Erlebnisse gehen und kommen ohne eigentliche Gesetzm??igkeit, ja fast ohne Regel; denn die sogenannten Regeln der Assoziation und Reproduktion sind doch ?u?erst vag; und alle Augenblicke versp?ren wir An s?tze freien Wollens. Dazu haben wir keinerlei Gew?hr daf?r, da? jemals gleiche Lagen und Vorkommnisse sich wiederholen; denn erstens k?nnen wir kein Erlebnis anders als in der Erinnerung (wiewohl vielleicht in der des n?chsten Moments) objektivieren; und zweitens, gesetzt sogar, eine solche nachtr?gliche Objektivation lie?e das Objekt unver?ndert und unverf?lscht: nie doch verm?chten wir zwei garantiert echte Erlebnisse vergleichend nebeneinander zu breiten. Deshalb ist es auch unm?glich, mit bewu?ten Zu st?nden wie mit K?rpern zu experimentieren; die Selbst beobachtungen methodisch sch?rfen und ihre Ergebnisse durch Gemeinschaft der Arbeit sichern: darauf l?uft die Exp?rimental psychologie hinaus, soweit sie nicht blo?e Zeitmessung ? oder Physiologie wird. Es scheint demnach eine wissenschaftliche Psychologie etwa so undenkbar wie eine wissenschaftliche Lehre von den Wolkenformen; nat?rlich, gewisse Typen lassen sich hier wie dort feststellen, gewisse Wahrscheinlichkeiten, die man ?Regeln" nennen mag, auffinden, ja selbst gewisse Prophezeiungen wagen; aber das alles scheint mehr Sache des Taktes als gelehrter Er kenntnis zu sein; wie ein kluger Bergf?hrer oder Sch?fer in der Praxis ein zuverl?ssigerer Nephologe und Meteorologe zu sein Annalen der Philosophie. IV. 23
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