
Zwischen 1955 und 2000 wurden in den Seeadlerrevieren von Schleswig-Holstein systematisch Mauserfedern gesammelt. Berucksichtigt wurden 581 Schwanzfedern und 382 Handschwingen aus maximal 22 Brutrevieren (1999) und uber 300 Armschwingen, darunter 81 datierte aus den Jahren 1960 bis 1970. Die Hand- und Armschwingenmauser verlauft beim Seeadler als kontinuierliche Staffelmauser. Der Abwurf der Schwanzfedern zeigt eine deutliche Ausrichtung auf den Mauserrhythmus 1-6-3-4-2-5 und damit die Tendenz zu einem transilienten Wechsel. Die Mauser des Grosgefieders vollzieht sich in den Brutrevieren von Schleswig-Holstein zwischen Ende April und Ende Oktober, schwerpunktmasig von Mai bis August: Auf Grund des verschachtelten Verlaufs der Staffelmauser und dem transilienten Wechsel der Schwanzfedern, kann im Prinzip jede Grosfeder in jedem der sicben Monate einer Mauserperiode erneuert wurden. Zur Erganzung der Mauserfederaufsammlungen wurden die Mauserprotokolle von 18 Totfunden hinzugezogen. Danach erneuern immature Seeadler ihre Schwanzfedern bis einschlieslich der 4. Mauser (im 5. Kalenderjahr.) in jedem Jahr nahezu komplett. Bei adulten Seeadlern erstreckt sich die vollstandige Mauser der Schwanzfedern uber knapp zwei Jahre, bei einer Jahresmauserrate (JMR) von 53 %. Die Handschwingen-Mauser immaturer Seeadler zieht sich in der Regel uber zwei Jahre bin, selten uber drei Jahre (JMR 49 %). Sie verlauft ebenso in Staffeln wie bei den Altvogeln, bei denen ein kompletter Mauserzyklus in der Regel drei, in Ausnahmefdllen vier Jahre dauert. Die JMR bei Altvogeln (ab Beginn der 5. Mauser und spater) betrug 46 %. In Schleswig-Holstein sind die JMR fur das Grosgefieder deutlich hoher als in vergleichbaren Untersuchungen aus Finnland und Schweden. Ursachlich hierfur konnte eine in den nordlicheren Breiten aufgrund der unterschiedlichen Tageslichtamplituden verkurzte Mauserperiode sein. Der Verlauf der Handschwingen- und Schwanzmauser beim Seeadler wird anhand eines Simulationsmodells demonstriert und die Auswirkungen von Brutstatus, Witterungseinflussen und Nahrungsverfugbarkeit auf die JMR diskutiert. In Jahren ohne Bruterfolg war bei den Weibchen die JMR von Handschwingen und Schwanzfedern erhoht. Der Abwurfzeitpunkt der Grosfedern lag in Jahren mit Bruterfolg bis zu 1,5 Monaten spater als in erfolglosen Jahren. Unter bestimmten Umstanden waxen geschlechtsspezifische Unterschiede vor allem bei der JMR der HS zu beobachten. In heisen oder trocken-warmen Sommern bzw. in Zeiten eines kurzfristigen, reichen Nahrungsangebotes war die Mauseraktivitat erhoht, in nasskalten Sommem lag sie unter dem langfristigen Durchschnitt. Dies lies sich auch an den Totfunden nachweisen.
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