
doi: 10.1007/bf02241804
Im Jahre 1910 wurden im Jagdgatter von Fehervarcsurgo (Auslaufer des Transdanubischen Mittelgebirges) erstmalig Japanische Sikahirsche angesiedelt, der gegenwartige Bestand wird auf etwa 50 Individuen geschatzt. Neben dem im gleichen Jagdgatter vorkommenden Rot-, Reh-, Muffel- und Schwarzwild existiert eine 1975 ausgesetzte Gruppe von etwa 30 Dybowski-Hirschen. Das einzige seit 1984 bestehende Freilandvorkommen Japanischer Sikahirsche befindet sich in Babatpuszta (Godolloer Hugelland) und wird auf etwa 10 Individuen geschatzt. Allgemein ist ein Ruckgang der Bestande zu beobachten, welcher einerseits auf das Anwachsen der Wilddichte anderer Schalenwildarten (Gatter), andererseits auf hohe Verluste in extremen Wintern sowie auf die Beunruhigung der Einstande durch Forstarbeiten, Raubzeug und Wilderer zuruckzufuhren ist. Die Mase verschiedener Geweihparameter des damtiergrosen Japanischen Sikahirsches und des rottiergrosen Dybowski-Hirsches entsprechen den in der Literatur angegebenen charakteristischen Masen furCervus nippon nippon bzw.Cervus nippon hortulorum. Hybridisierungserscheinungen zwischen dem Sikawild oder zwischen Sika- und Rotwild anhand des Fortpflanzungsverhaltens, auserer Erscheinungsmerkmale (Korper, Fell, Geweih) sowie biochemisch-genetischer Merkmale konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Nahrungspraferenzuntersuchungen mit unterschiedlichen Waldsilagen bestatigen im Rahmen des Systems der Wildwiederkauer-Asungstypen die starkere Zugehorigkeit des Japanischen Sika zum Typ des Rauhfutterfressers. Die von Sikawild verursachten Schaden an Forst- und Feldkulturen sind als gering einzuschatzen, Schalschaden an Baumen wurden in erster Linie von Dybowski-Hirschen hervorgerufen. Das Sikawild hat sich als sehr anpassungsfahig und standorttreu an das Ansiedlungsgebiet erwiesen. Beunruhigungen der Einstande fuhren zu Abwanderungen. Die Brunftzeit erstreckt sich von Ende September bis Anfang November, das mehrfach beschriebene Anlegen von Brunftkuhlen war nicht zu beobachten. Ein Anschlus von einzelnen Hirschen des Japanischen Sika an Hirschrudel des Rotwildes konnte in mehreren Fallen festgestellt werden. Im Rahmen der ungarischen Wildbewirtschaftung kommt dem Sikawild eine untergeordnete Rolle zu, fur die Zukunft sind keine weiteren Neubegrundungen von Gatter- oder Freilandpopulationen vorgesehen.
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