
doi: 10.1007/bf02165914
Die bisherige diagnostische Erfassung des Overjets wird als relativ ungenugend kritisiert und in der Folge eine Objektivierungsmoglichkeit beschrieben, die sich rund um den Zahnbogen oder auf ausgewahlte Bogensegmente erstreckt. Ausdruck dieses Mases kann ein Flachenoverjet oder ein davon abgeleiteter linearer Mittelwert aller radialen Overjetwerte sein. Beide sind integrierter Ausdruck aller Lage-, Grosen- und Formdiskrepanzen zwischen Ober-und Unterkiefer, soweit sie sich in der Horizontalen auf dem Niveau der Okklusionsebene manifestieren. Die Bestimmung der Overjettflache kann direkt oder indirekt mit dem Flachenmesinstrument auf graphisch erzeugten Grundrissen der Kiefermodelle unter Zuhilfenahme der Meswerte der sagittalen Molarstufe und der Symmetrieebenenbeziehungen der Kiefer zur Superposition erfolgen. Auf denselben Mesunterlagen konnen auch die von den oberen und unteren Zahnreihen eingeschlossenen einzelnen Kieferflachen gemessen werden. Sie stellen nebst den sagittalen Molarstufen, bzw. der Stufenflache, die Einflusfaktoren auf die Grose des Overjets dar. Diese Beziehungen werden in einer mathematischen Formel erfast, ebenso diejenigen der Ableitung des linearen radialen Mittelwertoverjets aus dem Flachenoverjet, unter Zuhilfenahme der Zahnbogenlange. Doppelbestimmungen dienen der Abklarung der Reproduktionsgenauigkeit und ergeben ein brauchbares Resultat. Zur Ermittlung des Verhaltens eines umfassenden Overjetwertes und seiner Einflusgrosen wurden je 30 Falle reiner Typen der Angle-Klassen I, II1 und III des permanenten Gebisses untersucht. Die statistische Aufbereitung des Materials ist in Kurven- und Tabellenform niedergelegt, die Signifikanzprufungen erfolgten nach Wilcoxon; soweit fur diese Arbeit notig, wurden Korrelationskoeffizienten errechnet. Die Resultate sind in Form von Schlusfolgerungen niedergelegt. Es zeigt sich, das bei 25 bis 30% der nach Angle selektionierten Bisanomalien auch Grosendiskrepanzen zwischen Ober- und Unterkieferflachen interferieren; sie sind differentialdiagnostisch von klinischer Bedeutung. Der Overall-Overjet weist hoch signifikante Unterschiede zwischen den 3 Gruppen der Angle-Klassen auf. Er stellt jeder reinen Bisklasse in einem kontinuierlichen Zahlenspektrum reservierte Bandbreiten zur Verfugung, bringt sie nach Art und Grad fein abgestuft zum Ausdruck und stellt im Vergleich zur Angle-Klassifikation ein ubergeordnetes Einteilungsprinzip dar. Es last sich im Einzelfall der graduelle Anteil der Lageanomalie von demjenigen der Grosendiskrepanz differenzieren.
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