
doi: 10.1007/bf01642995
Die Haltung des Kuckucks in Gefangenschaft galt lange Zeit als besonders schwierig und als ungeeignet zur Losung wissenschaftlicher Probleme. Nach anfanglichen Schwierigkeiten wurden K. jung aufgezogen und in Kafigen uberwintert, die mit Schaumstoff ausgeschlagen waren. Ein kunstlicher Zwolf-Stunden-Tag erwies sich als notig fur den Ablauf der Mauser. Die Nahrung bestand vor allem aus lebendem Futter. 15 wild gefangene ad. wogen in der Brutzeit 117 (95–145) g. K. in Gefangenschaft wogen im Spatsommer und Herbst 40–50% mehr als im Fruhjahr. Rufende K. haben bei der 1. Silbe den Schnabel wenig geoffnet, bei der 2. Silbe geschlossen. Auserhalb der Fortpflanzungszeit haben auch ♂, ahnlich wie die ♀ aber im Ton tiefer, „gekichert“. Unter den Bewegungsweisen werden u. a. die Behandlung der Nahrung, das Drohen, die Schlaf- und Tarnstellung geschildert. Der K. verzehrt auch Insekten, die von anderen Vogeln wegen des Geschmacks gemieden werden. Das behaarte Raupen vielfach als Nahrung dienen, liegt wohl an deren geringer Tarnung. Ob beobachtete „Paare“ langer als einen Tag zusammenbleiben, ist weiterhin unklar. Als Wirtsvogel konnen nur Arten bezeichnet werden, die junge K. tatsachlich aufziehen; der Fund eines K.-Eies im Nest berechtigt nicht zu dieser Bezeichnung. Arten, die K. nicht aufziehen konnen, z. B. reine Kornerfresser, sind „Fehlwirte“. Unter den Wirtsvogeln werden solche unterschieden, die K.-Eier meist, in mehr als 50% oder nur gelegentlich annehmen. Berechnungen uber den Anteil an parasitierten Bruten von Wirten oder die Anzahl von Eiern bei einzelnen K.-♀ gehen durchweg auf dicht brutende Wirte zuruck, z. B.Acrocephalus scirpaceus oderAnthus pratensis. Bei Wirtsarten geringer Dichte (Erithacus rubecula oderTroglodytes troglodytes) ist die Zahl parasitierter Nester sehr gering. Wenn K.-♀ Eier der Wirtsvogel entfernen, verschlucken sie diese normalerweise ganz. K.-♀ erkennen Singvogeleier als Nahrung und fressen sie, auch wenn sie selbst nicht legen. In der Voliere in Kunstnestern gebotene Eier wurden verschluckt. ♂ haben nie Eier gefressen, ein ♀ verzehrte in einer Brutsaison in der Voliere dagegen 65. Eier sind hochwertige Nahrung. Der K. legt sein Ei unmittelbar in das Nest des Wirtsvogels. Beweise fur eine Ablage auf dem Boden und folgendem Transport in der Kehle oder im Schnabel sind nicht bekannt. K.-♀ in der Voliere haben Eier aus Nestern genommen, aber zunachst nicht gelegt. Fur Zebrafinken interessierte sich das K.-♀ nicht. In einer Voliere wurde ein von Bachstelzen aufgezogenes ♀ durch das Verhalten von Bachstelzen stimuliert und synchronisierte die eigene Eiablage mit jener der Bachstelze, obwohl es deren Nest nie gesehen hatte. Bei den Kopulationen stand das ♂ nur mit einem Fus auf dem Rucken des ♀ ob dies normal ist, bleibt unbekannt. Die Wirtsvogel konnen das K.-Ei bebruten, das Nest verlassen, das Gelege uberbauen oder das Ei entefernen. Von 23 Eiern beim Teichrohrsanger wurden 9 Eier angenommen, 11 verlassen oder uberbaut, 3 ausgeraubt. 6 Jungkuckucke wurden flugge. Von 15 Bachstelzen haben 11 das Ei bebrutet, 3 verlassen, 1 Nest wurde nach der Eiablage ausgeraubt, 7 Jungkuckucke wurden flugge. Eine Bachstelze bebrutete am Nachmittag und in der Nacht ein K.-Ei und warf es dann hinaus. Eine andere bebrutete zunachst 2 gleiche K.-Eier, nach einigen Tagen war eines der Eier entfernt, das zweite wurde weiterbebrutet. Die Frage, ob K.-Eier ahnlich oder unahnlich sind, ist schwer zu entscheiden. Bei der Bachstelze ist die Anpassung am besten. Eier dieses Typs findet man auch in Nestern des Teichrohrsangers und des Rotkehlchens. In Mitteleuropa sind die K.-Eier, ahnlich wie in Grosbritannien, von einem Typ, der von den Eiern mehrerer Wirtsarten nicht allzusehr verschieden ist. Bei der Heckenbraunelle sind die Eier hier wie in England nicht angepast. Daraus wird gefolgert, das die Heckenbraunelle ein relativ neuer K.-Wirt ist, so das noch kein Selektionsdruck gegen das K.-Ei vorhanden ist. Umgekehrt ist die heftige Reaktion der Laubsanger nur so zu erklaren, das diese Arten einst K.-Wirte waren, aber ihre Abwehrmechanismen so verstarkten, das heute K. nur noch selten versuchen, ihr Ei bei diesen Arten zu legen. Der Hanfling kann als Kornerfresser niemals einen jungen K. aufziehen. Trotzdem wurden in allen Landern K.-Eier bei dieser Art gefunden. Der Impuls zur Eiablage durfte von einem Wirtsvogel ausgegangen sein, dessen Nest nicht gefunden oder zerstort wurde. Auf diese Weise konnen auch Wechsel von Wirten erklart werden. Junge K. konnen schon 2 Tage nach dem Verlassen des Nestes bewegte Beutetiere wie Raupen oder Mehlwurmer selbstandig aufnehmen und fressen. Trotzdem lassen sie sich 3 Wochen futtern. Sie behandeln Raupen sofort wie alte K., indem sie den Darminhalt herausspritzen. Die variable Farbung junger K. last weder das Geschlecht erkennen noch den spateren Farbtyp. Beim Ausfliegen wiegen junge K. oft nicht mehr als Stare; 6 wogen zwischen 74 und 95 g. Das Gewicht nimmt erst nach Erlangen der Flugfahigkeit wieder zu. Anschliesend werden die Jungen, wenn genugend Nahrung vorhanden ist, wie auch andere Zugvogel, sehr fett. Freilebende junge K. erreichen jedoch selten das Gewicht der Altvogel.
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