
doi: 10.1007/bf00408071
1. Die Anemonenfische A. xanthurus, A. polymnus, A. frenatus und A. percula sind zur Lautgebung fahig. Eingehender untersuchte ich die Lautproduktion und das Verhalten der beiden ersten Arten. 2. A. xanthurus und A. polymnus erzeugen Laute beim Schwimmen, bei der Futteraufnahme, beim Angewohnen an Anemonen und insbesondere bei Kampfen um Anemonen. Dabei sind drei verschiedene Lauttypen zu beobachten: Mit Drohlauten bedrohen sick Fische uber grosere Entfernungen. Mit Kampflauten attackieren rich Fische, daneben setzen sie auch weitere Kampfmittel wie Beisen, Rammen und Kopfrucken ein. Attackierte Fische beantworten Angriffe ihrer Gegner vielfach mit Ruttellauten, die mit seitwdrts gerichteten, pendelnden Bewegungen des Kopfes ausgelost werden. 3. Die Drohlaute dauern 25–30 ms, haben gerausehhaften Charakter mit dem Maximum der Schallernergie bei 600 Hz and werden in Serien von 4–12 Lauten erzeugt.Der Schalldruck ist sehr hoch. Kampflaute werden dagegen meist einzeln in ndchster Nahe eines Gegners ausgelost. Sie klingen krdchzend und Bind von langerer Dauer (45–60 ms). Die Ruttellaute unterscheiden sick von den Droh- und Kampflauten erheblich und sind auch von Art zu Art verschieden. 4. Um Anemonen kampfen gleich grose Fische der Arten A. xanthurus und A. polymnus mit groser Energie. Der im Kampf unterlegene Fisch beantwortet weitere Attacken anfangs mit einer Verhaltensweise, die Horizontalschwimmen genannt wurde, spdter mit Ruttellauten. Mit Horizontalschwimmen und Ruttellauten teilt ein Fisch seinen Partnern seine nichtaggressive Haltung mit. 5. Treffen bei solchen Kdmpfen ungleich grose Fische aufeinander, meiden die kleineren Auseinandersetzungen und begegnen Attacken mit Ruttellauten. 6. Der Lautapparat der Anemonenfische arbeitet wahrscheinlich nach einem Prinzip, das von anderen lauterzeugenden Fischen noch nicht bekannt ist. Nach den bisherigen Ergebnissen sind weder die Kiefernoch die Schlundzdhne bei der Lautproduktion beteiligt.
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