
doi: 10.1007/bf00340699
1. Gelbe Mantis religiosa-Larven, auf einen grunen Untergrund gebracht, wurden bei entsprechend langem Aufenthalt im neuen Milieu nach der Hautung grun. Dagegen blieben gelbe Mantis-Larven auf gelbem Untergrund (Kontrollversuche) nach der Hautung stets gelb. 2. Grune Mantis-Larven, auf gelben Untergrund gebracht, wechseln ihre Farben und werden der Farbe des Untergrundes entsprechend gelb. Grune Mantis-Larven auf grunem Milieu (Kontrollversuche) blieben auch nach der Hautung grun. 3. Durch Farbwechselversuche auf unnaturlichen oder in der Natur seltenen Substratfarbungen (Orange, Rot, Violett, Weis, Schwarz, Braun) wurden festgestellt, das sowohl grune als auch gelbe Larven von Mantis nach der Hautung der Farbe des Untergrundes weitgehend entsprechende Farbungen annehmen. Es ist hervorzuheben, das die bei Mantis-Larven erzielten Resultate mit fruher an Acrida-Larven gewonnenen Ergebnissen prinzipiell ubereinstimmen. Beide verfugen ubrigens uber gleiche oder ahnliche Pigmente. 4. Da alle Kafige ubereinstimmenden auseren Bedingungen (Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Licht) ausgesetzt waren, kann geschlossen werden, das beim Zustandekommen der homochromen Anpassungen in verschiedenfarbigen Kafigen nur die Farbe des Substrates wichtig ist, nicht aber etwa Unterschiede im Futter. Dieses bestand fur alle Mantis-Larven in gleichen Mengen von Fliegen. 5. Sowohl grune als auch gelbe Larven, auf blauen Untergrund gebracht, zeigten nach der Hautung keine der Farbe des Untergrundes entsprechende Umfarbung. Vielmehr wurden grune Larven mit der Hautung grau. Strohgelbe Larven wurden auf diesem Untergrund grau, aber niemals blau. Es ist bemerkenswert, das Mantis und Acrida auf blaue Farbe beide negativ reagiert haben. 6. Die Mantis-Larven haben die Fahigkeit, in ihrem individuellen Leben ihre Farbung mehrmals zu wechseln und sich dadurch an die veranderten Farben ihrer Umgebung anzupassen. Diese Tatsache wurde fur eine biologische Bedeutung der Homochromie bei Mantis-Larven sprechen. 7. Individuen, welche die Imaginalhautung nach genugend langem Aufenthalt auf einem Substrat bestimmter Farbe durchmachen, verhalten sich grundsatzlich wie die Larven.
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