
doi: 10.1007/bf00329734
1. Die bisherigen Kenntnisse uber die Spermatogenese von Bithynia tentaculata werden erganzt und in einigen Punkten berichtigt. 2. In der Vermehrungsperiode unterliegt ein Teil des Chromosomensatzes der somatischen Paarung. 3. Die typische Spermatogenese verlauft ohne erkennbare Chiasmenbildung. 4. In der Wachstums- und Reifungsperiode treten Storungen auf, die Spermatocytenwachstum, Entfaltung, Kondensation und Konjugation der Chromosomen ganz oder teilweise hemmen. 5. In der Wachstumsperiode werden die genannten Teilvorgange der Entwicklung einzeln oder in verschiedenen Kombinationen durch die Storungen beeinflust. Bei der sog. atypischen Reihe sind Konjugation und Chromosomenentfaltung vollig unterdruckt; die wenigen auftretenden Bivalente sind immer die gleichen und entstehen auf Grund der somatischen Paarung. 6. Die Reifungsperiode verlauft dann atypisch, wenn die Konjugation von vornherein ausbleibt (atypische Reihe) oder vorzeitig abgebrochen wird (Metaphaseunterbrechung). Die wenigen Bivalente, die auf Grund somatischer Paarungskrafte erhalten bleiben, teilen wie in der normalen Meiose; alle univalenten Chromosomen werden eliminiert. 7. Die Entstehung der aberranten Chromosomenform, die Bedeutung der Chiasmenlosigkeit fur die Paarungen der atypischen Prophase und die Beziehungen der eigenen Befunde zu der Theorie des Spermatozoendimorphismus werden diskutiert.
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