
doi: 10.1007/bf00325784
1. Bei allen untersuchten weiblichen Rebensorten treten chromosomale Storungen wahrend der Meiose und Abnormitaten bei der Entwicklung des Pollens auf. Bei den verschiedenen Sorten sind diese Anomalien in den einzelnen Stadien verschieden stark ausgepragt. 2. Die beschriebenen degenerativen Vorgange lassen sich grundsatzlich in meiotische und postmeiotische Vorgange einteilen. Sie konnen als primare bzw. sekundare Wirkungen eines im X-Chromosom lokalisierten rezessiven Gens oder Genkomplexes aufgefast werden. 3. Die Unregelmasigkeiten wahrend der meiotischen Teilungen lassen sich zwanglos als Folge von Spindelstorungen erklaren. Es konnen Chromosomen zuruckbleiben oder vorauseilen, wobei sie in beiden Fallen aus dem Bereich der Spindel heraus geraten konnen und dann wahrscheinlich der Resorption durch das Plasma verfallen. Trennt sich eine grosere Gruppe von Chromosomen von der Teilungsfigur, so kann es zur Bildung von Kleinkernen kommen, die schlieslich uberzahlige 5. Pollen in der Tetrade liefern. Chromosomenverlust und unregelmasige Verteilung fuhren zur Bildung ungleich groser Kerne. Bei Versagen der Anaphasebewegung konnen diploide Pollenkerne entstehen und als Folge davon Doppelpollen mit einem Kern. 4. Die nach Beendigung der Meiose erfolgenden Degenerationserscheinungen durften nur zum Teil sekundar, d. h. auf die chromosomalen Storungen der Meiose zuruckzufuhren sein, im ubrigen aber direkte Wirkungen des in Frage stehenden Gens bzw. Genkomplexes darstellen. Wahrend der simultanen Wandbildung in der Tetrade treten Degenerationserscheinungen auf. Durch anomale Wandbildung entstehen Triaden und Dyaden. Die dabei gebildeten Doppelpollen konnen einoder zweikernig sein, die Kerne dementsprechend diploid oder haploid. Wahrend der Tetradenreifung setzen Schrumpfungen und Eindellungen ein. Beim Freiwerden der Pollen aus der Tetrade sind bei europaischen Sorten nur noch eingedellte Pollen vorhanden. Bei amerikanischen Sorten sind unter den eben freigewordenen Pollen viele fur dieses Stadium normale kugelige zu finden, von denen einige noch die Teilung des primaren Pollenkernes durchlaufen, ehe sie degenerieren. 5. Die cytologisch nachgewiesenen Erscheinungen stellen nur eine unter einer Reihe von Auswirkungen der erfolgten Erbanderung dar. Als weitere Folgen sind z. B. anzusehen: das Fehlen der Keimporen und-furchen bei den reifen Pollen und die abnorme Stellung und Lange der Antheren in der Blute.
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