
doi: 10.1007/bf00298056
1. Nach fruheren Erfahrungen mit 200 Fischarten (109 Ostariophysi, 91 Arten aus anderen Ordnungen, „Nicht-Ostariophysen“) sind Schreckreaktion, Schreckstoff und Schreckstoffzellen auf die Ostariophysi beschrankt und innerhalb dieser Ordnung sehr weit verbreitet. Schreckstoffzellen fehlen den fruher untersuchten 74 Familien Nicht-Ostariophysen (Pfeiffer, 1960b, 1963c). 2. Seit 1966 werden Kneria und Phractolaemus von Greenwoodet al. mit insgesamt 5 weiteren Gattungen, zum Teil aus anderen Familien, in der neu geschaffenen Ordnung Gonorhynchiformes vereint. Schreckstoff und Schreckreaktion wurden fur Kneria maydelliLadiges und Voelker 1961 und Phractolaemus ansorgeiBoulenger 1901 nachgewiesen. Schreckstoffzellen wurden bei allen Gattungen der Gonorhynchiformes gefunden, namlich bei Parakneria thysiPoll 1965, Grasseichthys gabonensisGery 1964, Cromeria nilotica Boulenger 1901, Chanos chanos (Forskal) und Gonorhynchus gonorhynchus (L.). 3. Die Schreckstoffzellen der Gonorhynchiformes werden beschrieben und abgebildet. Sie gleichen in Lage, Haufigkeit, Struktur und farberischen Eigenschaften den Schreckstoffzellen der Ostariophysi. Wie diese sind sie gleichmasig uber den Korper verteilt, rundlich oder oval, mit einem zentralen Zellkern, ohne Ausmundung und ohne Kontakt mit der Oberflache der Epidermis. 4. Es wurden weitere Fischarten auf den Besitz von Schreckreaktion und Schreckstoffzellen hin untersucht. Beide sind ein Merkmal der Ostariophysi und Gonorhynchiformes und auf diese Ordnungen beschrankt. 5. In der Tatsache, das Kneria und Phractolaemus Schreckstoff besitzen und in ihrer Epidermis Schreckstoffzellen fuhren, sehe ich einen weiteren Hinweis fur die Richtigkeit der Anschauung, das die als Schreckstoffzellen bezeichneten sog. „Kolbenzellen“ der Ostariophysi ihren Namen mit Recht tragen, entsprechend ihrer Funktion. Schreckstoff (nachweisbar im Verhaltensexperiment) und Schreckstoffzellen (histologisch sichtbar) treten immer gemeinsam auf. 6. Das Vorkommen von Schreckstoffzellen gleichen Typs bei allen Gonorhynchiformes bestatigt die Meinung von Greenwoodet al. (1966), das die in dieser Ordnung zusammengefasten Fische wirklich eine naturliche Einheit bilden, ganz im Gegensatz zur fruheren Anschauung (Berg, 1958; Bertin und Arambourg, 1958). 7. Die Verbreitung von Schreckstoffzellen bei Gonorhynchiformes und Ostariophysi bekraftigt die Meinung von Greenwoodet al. (1966), das beide Ordnungen miteinander verwandt sind. 8. In der Tatsache, das Schreckstoff der Gonorhynchiformes Kneria und Phractolaemus bei den Ostariophysi Gymnocorymbus und Puntius eine Schreckreaktion auslost und umgekehrt Schreckstoff von Ostariophysi bei Gonorhynchiformes wirksam ist, sehe ich einen Beweis fur die naturliche Verwandtschaft dieser beiden Ordnungen. Alle Homologiekriterien (Remane, 1952) deuten darauf hin, das die Schreckreaktion der Gonorhynchiformes der Schreckreaktion der Ostariophysi homolog ist. 9. Aus dem Vorkommen der Schreckreaktion bei Gonorhynchiformes und Ostariophysi wird gefolgert, das-sie in der Kreide oder bereits im Jura entstand, denn in der Kreide gab es schon Chanidae und Gonorhynchidae, wahrend die ersten Ostariophysi erst im Palaeozan auftreten (Romer, 1945). Aus der zeitlichen Folge ihres ersten Auftretens wird geschlossen, das sich die Ostariophysi von chanoidartigen Fischen ableiten.
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