
doi: 10.1007/bf00280670
Auf Grund lichtmikroskopischer und rasterelektronenmikroskopischer Untersuchungen wird das Skeletmuskelsystem des Ovipositors von Raphidia flavipes Stein und R. ophiopsis L. beschrieben. Die Beobachtung der Eiablage ermoglichte eine funktionelle Deutung der anatomischen Strukturen. Die Untersuchung erbrachte folgende Ergebnisse: 1. Bei den Raphidioptera besteht der Ovipositor aus einem paarigen Anhang des 9. und einem unpaaren des 8. Segmentes. Die Anhange des 9. Segmentes verschmelzen zu einem rinnenformigen Grundkorper. In diesen ist der unpaare Anhang des S. Segmentes als ventraler Verschlus eingepast. Die membranose Oberseite des Legerohres senkt sich in der Ruhehaltung zu einer tiefen Membranfalte ein. 2. Der Ovipositor der Raphidioptera dient als bewegliche Legesonde, die dank ihrer Flexibilitat auch in unregelmasig gestaltete Hohlraume des Ablagesubstrates eingefuhrt werden kann. 3. In Anpassung an these Funktion wurde das primar einheitliche Lateralsklerit des Neuropteroiden-Ovipositors bis auf einen mittleren Streif in zahlreiche vertikal stehende Spangen aufgegliedert (Prinzip des flexiblen Metallschlauches). 4. Fur die Bewegung des Legerohres steht eine kompliziert angeordnete Eigenmuskulatur zur Verfugung. Diese last sich in funf das Legerohr durchsetzende Systeme unterteilen. 5. Wahrend des Eitransportes werden die beiden Halften des Legerohr-Grundkorpers in schneller Folge vor- und zuruckgeschoben. Dabei arbeiten die beiden Korperseiten alternierend. 6. Die Fuhrung dieser Bewegung ubernimmt ein Gleitgelenk zwischen den Grundkorperhalften und dem unpaaren Anhang des 8. Segmentes. Demnach erfullt der unpaare Anhang des 8. Segmentes die Aufgabe einer Fuhrungsschiene. 7. Die Mitnahme des Eies besorgen kammformige Strukturen auf der Innenwand des Legerohres, deren Zinken nach hinten gerichtet sind. 8. Es wird vermutet, das rich an den Schubbewegungen neben der Binnenmuskulatur des Legerohres auch Muskeln des 9. Segmentes beteiligen. 9. Gegenuber der Ruhehaltung wird der Durchmesser des Legerohres wahrend des Eidurchtrittes mehr als verdoppelt. 10. Die Erweiterung des Legerohres erfolgt durch Aufbiegen und Seitwartsverlagern seiner Lateralsklerite. Zugleich wird die dorsale Membranfalte vollig ausgeglichen.
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