
Ziel dieses Aufsatzes ist es, einen elementaren begrifflichen Rahmen fur die Untersuchung von Argumentationen zu entwickeln, auf dieser Grundlage exemplarisch eine reale Argumentation zu analysieren und einige Hinweise auf den Sinn solcher Analysen uber die Untersuchung komplexer Sprachproduktion hinaus zu geben. Unter Argumentation verstehe ich eine bestimmte Art komplexer sprachlicher Handlungen. Damit sind Tatigkeiten gemeint, in denen es darauf ankommt, eine bestimmte Aufgabe sprachlich zu losen. Einen Vortrag zu halten, ist beispielsweise eine solche komplexe sprachliche Handlung, ein Erlebnis zu erzahlen, ein Zimmer zu beschreiben, ein Spiel zu erklaren, uber etwas zu diskutieren, eine Wegauskunft zu geben sind andere.2 Die fur eine komplexe sprachliche Handlung konstitutive Aufgabe kann von einem allein gelost werden, oder aber von mehreren gemeinsam. Demnach unterscheide ich individuelle (oder monologische) und kollektive (oder im weiten Sinne dialogische) komplexe sprachlich Handlungen. Einen Vortrag zu halten, ist im wesentlichen individuell, so ahnlich wie die Zubereitung einer Omelette surprise im wesentlichen eine individuelle komplexe Handlung ist, nur eben mit nichtsprachlicher Aufgabe; eine Diskussion zu fuhren, ist hingegen kollektiv, so wie ein Streichquartett zu spielen kollektiv ist. Es gibt bei dieser Unterscheidung Ubergange, und sie ist nicht so zu verstehen, das im individuellen Fall nicht auch andere an der Interaktion teilnahmen; vielmehr kommt es darauf an, ob die Aufgabe im wesentlichen von einem oder mehreren gelost wird.
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