
Die neuen sozialen Bewegungen, die sich in den westlichen Gesellschaften seit Ende der sechziger Jahre herausgebildet haben, stellen bis heute eine besondere Herausforderung fur den politischen Prozes moderner Demokratien dar. Die Mobilisierung breiterer Bevolkerungsgruppen in Protestaktionen und anderen unkonventionellen Aktivitaten sowie die Einrichtung einer Vielzahl von neuen, nicht-staatlichen Organisationen bilden tendenziell ein politisches Gegengewicht zum Politikprozes in den etablierten Institutionen. In vielen Landern verzeichnen die mit den neuen sozialen Bewegungen ins Leben getretenen lokalen Gruppierungen, Selbsthilfe- und Burgerinitiativen heute mehr Mitglieder als die politischen Parteien, die das traditionelle Fundament der reprasentativen Demokratien bilden. Inwiefern die neuen sozialen Bewegungen den Charakter moderner Demokratien im Sinne einer „partizipatorischen Revolution“(Russell Dalton) verandert haben, ist daher eine relevante politische Frage. Besonders in Hinblick auf die bundesrepublikanische Gesellschaft ist diese Frage immer wieder gestellt worden, da die aktive Burgerbeteiligung in der politischen Geschichte Deutschlands nur schwach entwickelt war; durch die Entstehung und Entfaltung der neuen sozialen Bewegungen in der Bundesrepublik hat sich der Aktionsradius politischer Partizipation deutlich erweitert. Diese Offnung der politischen Partizipations- und Handlungsformen macht den Kern des Ubergangs von der formalen Demokratie der Nachkriegszeit zur realen Demokratisierung der bundesdeutschen Gesellschaft aus.
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