
AbstractIn Folge von TIMSS und PISA haben sich viele Lehrkräfte gefragt, was sie denn tun können, um das kritisierte fragendentwickelnde Unterrichtsgespräch [1] zumindest teilweise durch ein anderes methodisches Vorgehen zu ergänzen, wenn nicht zu ersetzen. Die Alternativen mussten aber zumindest ebenso funktional und praktikabel sein wie das oft bemühte Wechselgespräch zwischen Lehrkraft und Lernenden. Von neuen Ansätzen wurde zudem erwartet, dass sie bei den Schülern kognitiv aktivierend wirken, indem sie z.B. die Bearbeitung anspruchsvoller Problemstellungen erlaubten.Im Zuge von SINUS wurde eine Fälle von Methoden wieder entdeckt und reaktiviert oder in neuer Gestalt für den naturwissenschaftlichen Unterricht aufbereitet [2]. Kooperative Lernformen gehören zu diesem neuen Unterrichtsrepertoire ebenso wie das Lernen an Stationen oder der Einsatz von Methodenwerkzeugen [3, 4, 5]. Insbesondere Aufgaben, und zwar in Gestalt von Lernaufgaben, erfahren lebhaftes Interesse, und nicht zu Unrecht:Zum einen überantwortet die Lehrkraft mit der gestellten Aufgabe einen Teil der Verantwortung für das Lernen den Schülern und Schülerinnen,die notwendige Durcharbeitung einer Fragestellung oder eines Problems entspricht viel eher einer konstruktivistischen Sicht des Lernens,und schließlich kann die Komplexität einer Fragestellung deutlich besser erhalten werden als in der kleinschrittigen Bearbeitung während eines Unterrichtsgesprächs.Komplexere Aufgabenstellungen stoßen in der Praxis aber schnell an ihre Grenzen, wenn sie von Schülern unterschiedlicher Leistungsfähigkeit bearbeitet werden sollen. Wenn das verfügbare Vorwissen in großem Umfang differiert und außerdem die kognitiven Möglichkeiten sich innerhalb einer Lerngruppe stark unterscheiden, bedeuten manche Problemstellungen zumindest für einige eine deutliche Überforderung. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich in den naturwissenschaftlichen Füchern in der Vergangenheit kaum eine Kultur anspruchsvoller Aufgabenstellungen entwickeln können; schließlich mag man es weder den Schülern zumuten, sich während einer Aufgabenbearbeitung regelmäßig als Hilfe bedürftig zu outen, noch kann sich eine Lehrkraft gleichzeitig mehreren Unterstützung fordernden Kleingruppen zuwenden. Was also tun?
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