
Die Forschung in der Finanzökonomie und die damit einhergehenden Theorien zur Markteffizienz waren in der Vergangenheit ein treibender Faktor im Wandel vom aktiven Portfoliomanagement (das Ziel, den Markt zu schlagen) hin zum passiven Portfoliomanagement (das Ziel, den Markt zu nachzubilden). Aktives Portfoliomanagement weist vor allem zwei Schlüsselelemente auf: Vorteilhafte Informationen finden und auf Basis dieser Informationen ein Portfolio erstellen. Passives Portfoliomanagement (z. B. Indexfonds oder ETFs) dagegen verfolgt die Nachbildung (nicht das Übertreffen) einer Benchmarkrendite. In der Literatur scheint der Konsens zu bestehen, dass aktiv gemanagte Fonds nach Abzug der Gebühren im Durchschnitt eine schlechtere Performance erzielen als ihr Vergleichsindex. In Anbetracht dieses scheinbar geringen Nutzens von aktiv gemanagten Fonds ist es rätselhaft, warum sich diese in den letzten Jahrzehnten zu äußerst beliebten Investmentprodukten entwickelt haben. Diese Arbeit diskutiert im Kontext der Behavioral Finance aus welchen Gründen Anleger weiterhin überwiegend in aktiv gemanagte Fonds investieren, welche Rolle die Finanzbranche dabei einnimmt und ob zwischen Managern und Investoren ein Interessenskonflikt besteht. Darüber hinaus behandelt der Autor die Fragen, welches Ausmaß an aktivem Investieren aus Sicht der Investoren vorteilhaft ist und aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive zur effizienten Ressourcenallokation beiträgt.
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