
Zum Wesen des Schreibens gehört, dass es gleichzeitig reproduktiv und generativ ist. Schreibende berücksichtigen in ihrem Schaffensprozess Regelwissen wie Konventionen und Artikulationsformen. Zugleich erzeugen sie jedoch durch die praktische Interpretation der vorherrschenden Regeln einen individuellen Umgang mit der Regelhaftigkeit. Schreiben lässt sich daher nicht rezeptbuchartig operationalisieren und erlernen, vielmehr verlangen Schreibakte Improvisation, Intuition und Innovation, die nicht theoretisch angeeignet werden können, sondern erst im praktischen Tun, im praktischen Vollzug, spontan und ohne Absicht möglich werden. Von Schreibenden als Autor:innen wird nicht erwartet, dass sie vorhandene Texte zusammenfassen oder kopieren, sondern dass sie mithilfe ihres selbst verfassten Textes ihre eigenen Gedanken, ihre eigene Position zu Papier bringen und dies bestenfalls in nachvollziehbarer, begründeter Art und Weise. Eine publikationsorientierte Schreibdidaktik an Hochschulen kann wissenschaftliches, populärwissenschaftliches oder berufliches Schreiben befördern, indem eine anregende projektförmige Lernumgebung angeboten wird, in der sich Studierende nicht nur fachliches und literales Regelwissen aneignen können, sondern im Tun einen praktischen Sinn entwickeln, der einen individuellen Umgang mit der Regelhaftigkeit erlaubt.
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