E-Government und E-Banking: Aktueller Stand, Evaluation und Erfolgsfaktoren

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Bayer, Tobias (2002)
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Zu Max Webers Zeiten entsprach die Bürokratie noch ganz dem Vorbild des preussischen Militärs " klare Hierarchien und klare Aufgabenbereiche schlugen sich nieder in Effizienz und Effektivität. Heute ist das Bild getrübt und Worte wie "Erstarrung", "Überreglementierung" und "Verwaltungskultur" machen die Runde. Neben den gestiegenen Erwartungen der Bürger, die sich in Zeiten des E-Banking und E-Commerce nicht mehr in lange Warteschlangen einreihen wollen und auf die rigiden Öffnungszeiten der Verwaltung Rücksicht nehmen wollen, sind es vor allem der internationale Wettbewerbsdruck und der wachsende Kostendruck, die Verwaltungen zur Veränderung zwingen.1 In der globalen Standortschlacht sind für Unternehmungen Kriterien wie Bearbeitungszeit für Gesuche und Steuersystem zentrale Argumente bei der Auswahl ihrer zukünftigen Dienstleistungs- bzw. Produktionsstätten. Die Impulse zur tatsächlichen Umsetzung stammen dann meist aus der Verwaltung intern: Gemäss einer Studie der Bertelsmann Stiftung gingen im Jahre 2000 rund ein Viertel der Impulse zur Reform von der Verwaltungsführungsebene aus; darunter fallen Bürgermeister und in einigen Fällen auch Fachabteilungen.2 Doch wie gedenken die Behörden sich zu wandeln? Setzte man in den vergangenen Jahrzehnten zum Beispiel in Deutschland auf Reformprojekte wie "Schlanker Staat" und verband damit die ressourcenorientierte Restrukturierung der Verwaltung, so hat die Modernisierung der Verwaltung eine neue Perspektive erhalten " Electronic Government. Die Experten verstehen darunter "die auf modernen Informationstechnologien basierte Gestaltung sowohl von Beschaffungs-, Verarbeitungs- und Angebotsprozessen öffentlicher Dienstleistungen (e-Administration) als auch von Informations-, Meinungsbildungs-und Entscheidungsprozessen staatlicher Gemeinschaften (e-Democracy)"3 . Beispielhaft zu erwähnen sind die -Government-Initiative BundOnline2005 innerhalb des Programms "Aktivierender Staat", das sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2005 alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesbehörden online zur Verfügung zu stellen.4 Auch das Ausland besticht durch Aktivität und ist Deutschland zu grossen Teilen in seinen Bemühungen und Fortschritten weit enteilt: In Österreich beispielsweise verfolgt man mit dem Portal www.help.gv.at die Vision eines umfassenden Serviceportals, das nicht nur Information für Bürger bereitstellen soll, sondern auch in Interaktion mit letzteren treten soll. Zu denken ist an den Download von Formularen und langfristig an das Bezahlen von Gebühren und Verlängern von wichtigen Dokumenten.
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