Prospektive, monozentrische, einarmige, randomisierte, kontrollierte Studie über fraktionierte CO₂-Lasertherapie von freien Hauttransplantaten

Doctoral thesis German OPEN
Schönberger, Carmen (2017)
  • Subject: 610 Medizin | ddc:610

Hintergrund: Nach einer Hauttransplantation ist häufig das ästhetische Ergebnis aufgrund von Pigmentverschiebungen und Narben stark beeinträchtigt und wird von den Patienten als unbefriedigend betrachtet. Bisher gibt es keine prospektive, randomisierte, kontrollierte in vivo Studie, die die Wirksamkeit des fraktionierten CO2-Lasers zur Konturanpassung und Narbenkorrektur von Hauttransplantaten nachgewiesen hat. Da sich allerdings in der Vergangenheit in zahlreichen Studien der fraktionierte CO2-Laser in der Behandlung von altersbedingten Hautveränderungen und Narben als Therapiemöglichkeit bewähren konnte, ist das primäre Ziel dieser Studie, durch zweimalige fraktionierte CO2-Lasertherapie die Anpassung frischer, freier Hauttransplantate an das umgebene Hautareal zu optimieren und so das kosmetische Ergebnis zu verbessern. Methoden: 28 Patienten, bei denen in der dermatologischen Abteilung des Universitätsklinikums Regensburg zwischen Oktober 2011 und März 2013 eine Vollhaut- oder Spalthauttransplantation durchgeführt wurde, wurden in die Studie eingeschlossen. 1 Patient brach die Teilnahme an der Studie nach der ersten Behandlung ab, ein weiterer Patient schied wegen eines Tumorrezidivs aus. Insgesamt wurden 29 Hauttransplantate in einer Hälfte zweimal im Abstand von 4 Wochen mit dem fraktionierten, ablativen CO2-Laser EXELO2 behandelt. Die Behandlungsparameter wurden bei jeder Behandlung individuell nach Hautbeschaffenheit und Lokalisation des Hauttransplantats gewählt. Im zeitlichen Verlauf fanden anschließend insgesamt 3 weitere Visiten statt. Bei allen fünf Terminen erfolgte die klinische Evaluation, Fotodokumentation sowie die Befragung zur individuellen Patientenzufriedenheit. Die erfassten Daten wurden in einem standardisierten CRF-Bogen dokumentiert. Objektiv wurden die Transplantate im Seitenvergleich auf Oberflächenrauigkeit, Melaninverteilung und Transplantatausdehnung analysiert. Die subjektive Bewertung der Transplantatanpassung erfolgte durch die Patienten und durch zwei verblindete, unabhängige, ansonsten an der Studie nicht beteiligte Dermatologen. Ergebnisse: Von den 29 Defekten wurden 2 mittels Spalthaut und 27 mittels Vollhaut gedeckt. 2 Transplantatdeckungen fanden im Bereich des Körpers und 27 im Bereich des Gesichts statt. In der objektiven Profilanalyse zeigte sich zum Zeitpunkt V5 in allen untersuchten Gebieten eine signifikant stärkere Verbesserung (adj. p-value < 0,05) der gelaserten Hautareale im Vergleich zum ungelaserten Hautareal. 1 Jahr nach der letzten Laserbehandlung nahm die Hautrauigkeit im Behandlungsareal (29,0%) signifikant (adj. p-value= 0,003) stärker ab als im Kontrollareal (12,7%). Pigmentunregelmäßigkeiten wurden anhand der Melaninvariation analysiert. Die Reduktion der Melaninvariation im Behandlungsareal ein Jahr nach der letzten Behandlung war signifikant (adj. p-value =0,03) stärker als die im Kontrollareal (36,5% vs. 23,5%). Bei der subjektiven Beurteilung durch zwei verblindete, unabhängige Dermatologen war die Übereinstimmung hoch (ICC = 0.8). Die besten Ergebnisse zeigten sich nach der letzten Visite. Hier erhöhte sich der Score im Behandlungsareal von initial 1,95 (V1) auf 7,6 (V5) und im Kontrollareal von initial 2,24 (V1) auf 6,57 (V5). Bei V3, V4 und V5 zeigte sich eine signifikant (adj. p-value <0,001) bessere klinische Bewertung des Behandlungsareals im Vergleich zum Kontrollareal. Bei der Befragung der Patientenzufriedenheit wurde zum Zeitpunkt V5 in 10 Fällen kein Unterschied zwischen Behandlungs- und Kontrollareal angegeben und in 19 Fällen wurde die Behandlungsseite zufriedener beurteilt als die Kontrollseite. Schlussfolgerung: Speziell im angloamerikanischen Raum wird nach der Hautverpflanzung die Dermabrasion zur Verbesserung des kosmetischen Bildes empfohlen. Diese Studie konnte zeigen, dass die fraktionierte CO2-Lasertherapie als unblutige und schonende Alternativtherapie die Dermabrasion ersetzten kann. Es konnte anhand subjektiver und objektiver Evaluationsmethoden nachgewiesen werden, dass bei deutlich niedrigerem Nebenwirkungspotential nach fraktionierter Lasertherapie eine statistisch signifikante kosmetische Verbesserung im Vergleich zum Kontrollareal zu erreichen war. Weitere randomisierte, prospektive, kontrollierte Langzeitstudien werden benötigt.
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