Eine Analyse des Zusammenhangs zwischen dem Konsum von Alkopops und dem Problemverhalten von Jugendlichen

Doctoral thesis German OPEN
Metzner, Cornelia Beate Isabel (2007)
  • Subject: 150 Psychologie | ddc:150

Zielsetzung: In dieser Arbeit wird untersucht, ob bei Jugendlichen ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkopops einerseits und dem sonstigen Alkoholtrinkverhalten, dem Konsum von Zigaretten und illegalen Drogen sowie weiteren Risikoverhaltensweisen andererseits besteht, ferner ob sich Unterschiede im Verhalten von Jungen und Mädchen ergeben. Theoretischer und empirischer Hintergrund: �Alkopops�, d. h. Mischgetränke diverser Hersteller aus Likör bzw. Schnaps und Limonade sowie wein- und bierhaltige Mischgetränke, sollen zu einer dramatischen Zunahme des Alkohol- und Drogenkonsums bei Jugendlichen beitragen. Aus ersten epidemiologischen Studien ist bekannt, dass ein relativ großer Anteil der Jugendlichen mindestens einmal Alkopops probiert hat. Unklar ist dabei jedoch, wie hoch der Anteil derjenigen ist, die dabei über ein normatives Probierstadium hinausgehen und ein problematisches Konsumverhalten entwickeln, woraus sich weitere Probleme ergeben. Alkopops unterscheiden sich durch ihr Design, ihren süßen Geschmack, die Maskierung des Alkoholgehalts, ihr positives Image und die jugendspezifische Werbung von herkömmlichen alkoholischen Getränken. Dadurch werden besonders Jugendliche, zu deren Entwicklungsaufgaben auch der verantwortungsvolle Umgang mit alkoholischen Getränken gehört, besonders angesprochen. Aus bereits vorliegenden Untersuchungen geht hervor, dass Alkopopkonsumenten früher mit dem Alkoholkonsum beginnen, häufiger und intensiver konsumieren, mehr negative Folgen erfahren und mehr Erfahrungen mit anderen Drogen haben. Fragestellungen: Es wurde der querschnittliche Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkopops und dem sonstigen Alkoholtrinkverhalten, dem Konsum von Zigaretten, illegalen Drogen und delinquentem Verhalten sowie Unterschiede im Konsum von Alkopops zwischen Mädchen und Jungen untersucht. Methodik: Grundlage der Auswertungen ist die Stichprobe der ESPAD-Studie (Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen). Im Rahmen dieser Studie wurden in Deutschland 11 043 Schüler der neunten und zehnten Klasse des Jahres 2003 aus den Bundesländern Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen erfasst. Mit Hilfe von linearen bzw. multinomialen Regressionen wurden die Alkopop- und Nicht-Alkopoptrinker bzw. Mädchen und Jungen miteinander verglichen. Ergebnisse: Jugendliche, die neben anderen alkoholischen Getränken auch noch Alkopops konsumieren, sind gefährdeter als Jugendliche, die keine Alkopops, aber andere Alkoholika konsumieren. Jugendliche, die nur Alkopops trinken, lassen sich hinsichtlich ihres Risikoverhaltens nicht von anderen alkoholkonsumierenden Jugendlichen unterscheiden, zeigen jedoch wesentlich gefährlichere Verhaltensweisen als alkoholabstinente Jugendliche. Mädchen zeigen ein ungefährlicheres Alkoholtrinkverhalten sowie weniger negatives Folgeverhalten im Vergleich zu den Jungen. Diskussion: Maßnahmen zur Prävention von Alkohol sollten sich zielgruppen-orientiert an Jugendliche mit multiplem Alkoholkonsum richten. Nur für die vergleichsweise wenigen Jugendlichen, die nur Alkopops konsumieren, wäre eine spezifische Alkopoppräventionsmaßnahme sinnvoll.
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