Der Ausbau des Hochrheins zur Schifffahrtsstraße - Die Geschichte eines gescheiterten Großprojekts

Doctoral thesis German OPEN
Steiner, Rudolf (2006)
  • Publisher: Universität Mannheim
  • Subject: 380 Handel, Kommunikation, Verkehr

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Genese, Verfall und Scheitern eines der ehrgeizigsten technischen Großprojekte des 20. Jahrhunderts im süddeutschen Raum – dem Ausbau des Rheinabschnitts zwischen Basel und dem Bodensee zu einer schiffbaren Wasserstraße. Hatte es bereits seit dem Mittelalter mehrere erfolglose Versuche gegeben, die zahlreichen natürlichen Hindernisse auf dem Hochrhein, wie die genannte Strecke bezeichnet wird, zum Zwecke einer durchgängigen Schifffahrt bis zum Bodensee zu beseitigen, war ein erstes ernstzunehmendes Ausbaukonzept erst um die Wende zum 20. Jahrhundert entstanden. Dieses von einem unbändigen Pioniergeist getragene, die damaligen bautechnischen Möglichkeiten nutzende Großprojekt war für alle nachfolgenden Entwürfe stets maßgebend geblieben. Trotz aller intensiven Bemühungen um eine Verwirklichung, war dieses ehrgeizige Vorhaben jedoch nie über sein Planungsstadium hinausgewachsen. Gegenwärtig besteht keinerlei Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der offiziellen Planungsarbeiten; in der öffentlichen Meinung spielt das Hochrheinausbauprojekt – im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten – überhaupt keine Rolle mehr. Damit wird die berechtigte Frage aufgeworfen, welche Gründe letztlich zum Scheitern geführt haben. In diesem Kontext muss generell geklärt werden, welche Hoffnungen und Wünsche mit der Wasserstraße verbunden wurden bzw. welche Bedenken dem Vorhaben entgegengebracht wurden. Weiterhin gilt zu fragen, wer die Befürworter und wer die Gegner des Projekts waren und wie die politisch Verantwortlichen sich jeweils des Projekts annahmen. Die Tatsache, dass es sich beim Hochrheinausbau um ein Projekt von internationaler Bedeutung handelte, bedingt zudem eine genaue Betrachtung der Verhältnisse dies- und jenseits des Rheins. Die vorliegende Arbeit entstand aus dem Interesse heraus, sich all diesen Fragestellungen und Problemkreisen intensiver zuzuwenden und damit eine noch bestehende Forschungslücke zu schließen. Dem chronologischen Prinzip folgend, wird der Frage nach den Gründen für das Scheitern nachgegangen. Im Ergebnis liegt nunmehr die erste historische Gesamtabhandlung über das Projekt der Schiffbarmachung des Hochrheins vor.
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