Entwicklung und Anwendung von Methoden zur Bestimmung von Selen-Spezies in human-biologischem Material

Doctoral thesis German OPEN
Jäger, Thomas (2014)
  • Subject: Spezies <Chemie> | Selen | Metabolismus | Biomonitoring | Elementspeziesanalyse | ICP-Massenspektrometrie | Selenstoffwechsel | Medizinische Fakultät -ohne weitere Spezifikation- | Department Chemie und Pharmazie
    • ddc: ddc:540

Selen ist essentieller Bestandteil von mehr als 25 physiologisch wichtigen menschlichen Enzymen. Der tägliche Bedarf wird überwiegend in Form von organischen Selenverbindungen wie Selenmethionin oder Selenocystein aus der Nahrung aufgenommen. Weitere Expositionswege sind die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zur Selensupplementation sowie die inhalative oder dermale Aufnahme von in erster Linie anorganischen Selenverbindungen oder elementarem Selen an Arbeitsplätzen der Selen-verarbeitenden oder produzierenden Industrie. Aufgrund des unterschiedlichen toxikologischen Potentials der einzelnen resorbierten oder metabolisch gebildeten Selenverbindungen ist eine differenzierte Betrachtung mittels Speziesanalytik für eine Bewertung positiver Gesundheitseffekte sowie einer Gefährdungsbeurteilung von zunehmender Bedeutung. Ziel dieser Arbeit war, anhand der renalen Selenausscheidung unter Verwendung der Selenspeziesanalytik den humanen Metabolismus und die Toxikokinetik von Selen zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden Untersuchungen zur Hintergrundbelastung der Allgemeinbevölkerung und humane In-vivo-Metabolismus-Studien durchgeführt. Die dafür benötigten analytischen Methoden zur zuverlässigen und empfindlichen Bestimmung von Selenspezies in humanen Urinproben wurden im Rahmen der vorliegenden Arbeit entwickelt und validiert. Die Analysenverfahren basierten auf drei unterschiedlichen flüssigchromatographischen Trenntechniken (Ionenpaar-, Anionenaustausch- und Kationenaustauschchromatographie), die zur Selen-spezifischen Detektion mit einem induktiv gekoppelten Plasma-Massenspektrometer gekoppelt wurden. Die Methoden umfassten folgende neun Selenspezies: Trimethylselenium-Ion (TMSe), Selenat (SeVI), Selenit (SeIV), Se-Methylselenocystein (SeMCys), Se-Methylselenoglutathion (MSeG), Selenethionin (SeEt), Selenmethionin (SeMet), Methy-2-acetamido-2-desoxy-1-seleno-β-D-galactopyranosid (SeSug1) und Methyl-2-amino-2-desoxy-1-seleno-β-D-galactopyranosid (SeSug3). Für die einzelnen Analyten wurden Nachweisgrenzen im Bereich von 0,1 bis 0,2 µg Se/L Urin erzielt. Bei Anwendung der Methoden auf Urinproben von Personen der Allgemeinbevölkerung, die weder beruflich noch durch die Einnahme selenhaltiger NEM zusätzlich mit Selen bzw. Selenverbindungen exponiert waren, konnten die Spezies SeSug1, SeSug3, SeMCys, SeVI, und TMSe nachgewiesen werden. Die Konzentrationen der anderen spezifisch analysierten Spezies lagen unterhalb der Nachweisgrenze. In dieser Studie erfolgte der Nachweis der beiden Selenspezies SeMCys und SeVI erstmals in Urinproben der Allgemeinbevölkerung. Weiterhin bestätigte die Studie die wichtige Rolle der selenhaltigen Zucker im Stoffwechsel und in der renalen Elimination von Selen. SeSug1 und SeSug3 stellten in den meisten Proben des untersuchten Kollektivs die Metaboliten mit dem größten Anteil am Gesamtselen dar. Weiterhin zeigte sich eine Abhängigkeit des Verhältnisses der beiden Zucker von der Expositionshöhe. Zudem wurde festgestellt, dass in der deutschen Allgemeinbevölkerung eine dichotome Verteilung hinsichtlich der Fähigkeit zur TMSe-Bildung besteht. In der Bevölkerungsgruppe, die zur Bildung dieses Metaboliten fähig ist (TMSe-Ausscheider), stellt TMSe das wichtigste Eliminationsprodukt dar. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass der TMSe-Stoffwechsel bei alimentärer Selenzufuhr nicht in Konkurrenz zur Selenzuckerbildung stattfindet sondern vermutlich über einen alternativen Selen-Pool verläuft. Aufbauend auf diese Erkenntnisse wurden humane In-vivo-Metabolismus-Studien durchgeführt. In diesen Untersuchungen sollten der Metabolismus und die Toxikokinetik von Natriumselenat (50 µg Selen), Natriumselenit (200 µg Selen) und Selenhefe (100 µg Selen) nach oraler Aufnahme im Allgemeinen und speziell im Hinblick auf den TMSe-Status der einzelnen Probanden untersucht werden. Hierzu wurde sowohl die Konzentrationsänderung im Blutplasma als auch die renale Ausscheidung sukzessive über 24 Stunden nach Exposition untersucht. Insgesamt konnte gezeigt werden, dass die Bestimmung des Gesamtselengehalts im Plasma bei kurzzeitiger bzw. einmaliger Exposition aufgrund des relativ hohen Basiswertes keinen sensitiven Belastungsmarker darstellt. Im Gegensatz dazu führte die Exposition in allen drei Versuchen zu einer deutlich erhöhten renalen Selenausscheidung. Dies spricht für die Bestimmung von Selen im Urin als zusätzlicher Parameter in derartigen Fällen. Allerdings zeigten sich in Abhängigkeit der Expositionsspezies deutliche Unterschiede im renal eliminierten Anteil der verabreichten Dosis, dem Eliminationsmaximum sowie der maximalen Eliminationsgeschwindigkeit. Nach Exposition mit Natriumselenat wurden 31,1 ± 7,6% (TMSe-Ausscheider: 27,9 ± 5,5%; Nicht-TMSe-Ausscheider: 33,6 ± 8,8%) der verabreichten Dosis renal ausgeschieden. Das Eliminationsmaximum trat dabei sehr schnell bereits zwei Stunden nach Exposition auf. Mit Hilfe der Speziesanalytik konnte gezeigt werden, dass das Haupteliminationsprodukt bei allen Probanden unverstoffwechseltes Selenat war, welches offensichtlich nicht dem Selenidpool zugeführt wurde. Die orale Einnahme von Natriumselenat führte nur in der Gruppe der TMSe-Ausscheider zu einer vermehrten Bildung von TMSe sowie in einem Probanden der Nicht-TMSe-Ausscheider zu einer deutlich erhöhten SeSug1-Ausscheidung. Nach oraler Aufnahme von Natriumselenit wurden 8,5 ± 5,3% (TMSe-Ausscheider: 5,4 ± 3,4%; Nicht-TMSe-Ausscheider: 10,0 ± 5,6%) der verabreichten Dosis mit einem Eliminationsmaximum nach sechs Stunden renal eliminiert. Bedingt durch den TMSe-Status der Probanden wurde die Spezies unterschiedlich metabolisisert, unverstoffwechseltes Selenit konnte nicht nachgewiesen werden. In der Gruppe der TMSe-Ausscheider wurde Selenit überwiegend zu TMSe und SeSug1 verstoffwechselt. Das Haupteliminationsprodukt war bei diesen Probanden das TMSe. Bei den Nicht-TMSe-Ausscheidern war der Hauptmetabolit SeSug1, TMSe konnte nicht nachgewiesen werden. Allerdings wurde in dieser Gruppe die Hälfte des zusätzlich eliminierten Selens in Form von Metaboliten ausgeschieden, die keinen der bekannten Referenzsubstanzen zugeordnet werden konnten. In der Studie konnte weiterhin zum ersten Mal gezeigt werden, dass ein Teil (0,5 ± 0,2%) des Natriumselenits im Körper zu Selenat oxidiert und anschließend renal eliminiert wird. Die Exposition mit Selenhefe, in der das Selen überwiegend als Selenmethionin vorliegt, hat gezeigt, dass 11,8 ± 4,1% (TMSe-Ausscheider: 10,8 ± 4,6%; Nicht-TMSe-Ausscheider: 12,6 ± 4,2%) der Dosis innerhalb der ersten 24 Stunden renal eliminiert wurden. Das Maximum der renalen Elimination wurde nach etwa vier Stunden erreicht. Unverstoffwechseltes Selenmethionin konnte nicht nachgewiesen werden. Bei den TMSe-Ausscheidern war der Hauptmetabolit das TMSe. SeSug1 spielte nach Selenmethionin-Exposition bei diesen Probanden nur eine untergeordnete Rolle. Dies spricht für eine direkte Umsetzung von Selenmethionin mittels γ-Lyasen zu Methylselenol, das anschließend leichter zum TMSe verstoffwechselt wird. Bei Personen, die nicht zur TMSe-Bildung fähig sind, stellte SeSug1 auch bei dieser Exposition das Haupteliminationsprodukt dar. Allerdings zeigte sich bei diesem Versuch, dass mit den bekannten Referenzsubstanzen nur etwa die Hälfte der zusätzlich eliminierten Selenmenge abgedeckt wird, ein Großteil des zusätzlich eliminierten Selens wurde als strukturell unbekannte Metaboliten eliminiert. Durch den Einsatz der Speziesanalytik und den dadurch erhaltenen Eliminationskurven konnten erstmals Halbwertszeiten für die einzelnen Hauptausscheidungsprodukte bestimmt werden, darüber hinaus wurde eine verzögerte Elimination von SeSug1 und TMSe nach Natriumselenit-Exposition festgestellt. Für den Metabolismus von Selen konnten durch die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführten Studien zusammenfassend folgende Ergebnisse erzielt werden. Selenat wurde nach Exposition mit den beiden anorganischen Selenverbindungen über den Urin ausgeschieden. Bei der Aufnahme von organischen Selenverbindungen über die Nahrung oder Selenhefe-haltige NEM wurde Selenat nicht oder nur in Spuren gebildet. SeSug3 wird begleitend zu SeSug1 gebildet, stellte jedoch bei zusätzlicher Exposition unabhängig von der verabreichten Spezies nur ein Nebenprodukt dar. SeSug1 und TMSe stellen in der Regel die Hauptmetaboliten im Metabolismus von Selen dar. Bei der Bildung und der Ausscheidung treten bei beiden Metaboliten jedoch starke inter-individuelle Unterschiede auf. SeSug1 wurde nach Natriumselenat-Exposition lediglich von einem Probanden in größerem Umfang gebildet. In den beiden anderen Versuchen zeigte SeSug1 ebenfalls deutliche Schwankungen in der nach Exposition ausgeschiedenen Selenmenge. Der Stoffwechselweg der Methylierung bis zum TMSe spielte ausschließlich bei den Probanden eine Rolle in der Selenausscheidung, bei denen der Metabolit bereits ohne Selenzusatzbelastung nachgewiesen wurde. Bei den restlichen Probanden wurde diese Verbindung auch nach zusätzlicher Exposition (Dosis- und Spezies-unabhängig) nicht gebildet. Dies spricht für einen genetischen Polymorphismus im Stoffwechselweg des TMSe. Es hat sich gezeigt, dass die Fähigkeit zur TMSe-Bildung einen bedeutenden Einflussfaktor auf den Metabolismus von Selen darstellt. Neben den unterschiedlichen Eliminationsprodukten eliminierten TMSe-Ausscheider in allen Versuchen einen geringeren Anteil der aufgenommenen Dosis über den Urin. Unklar ist, ob dies auf eine erhöhte Abatmung von Dimethylselenid zurückzuführen ist. Generell spielten in den Untersuchungen lediglich die Spezies SeSug1, TMSe, SeVI und SeSug3 eine mehr oder minder große Rolle im Metabolismus von Selen. Die anderen spezifisch analysierten Spezies wurden nicht oder nur in Spuren nachgewiesen. Allerdings zeigte sich insbesondere nach Exposition mit Selenhefe, sowie in der Gruppe der Nicht-TMSe-Ausscheider nach Natriumselenit-Exposition, dass ein Teil des zusätzlich eliminierten Selens, keinen der bekannten Referenzsubstanzen zugeordnet werden konnte. In den Chromatogrammen nach Selenhefe-Exposition zeigten sich dabei andere Metaboliten als nach Aufnahme von Selenit, so dass es sich dabei um spezifische Abbauprodukte von Selenmethionin oder anderen darin enthaltenen organischen Spezies zu handeln scheint. Darüber hinaus zeigten Nicht-TMSe-Ausscheidern unabhängig von der Expositionsspezies andere Metaboliten als TMSe-Ausscheider. In diesem Fall sind Metaboliten denkbar, die aus dem zentralen Stoffwechselzwischenprodukt Selenid gebildet werden, wie weitere Zucker beispielsweise der bereits in humanem Urin nachgewiesene Methyl-2-acetamido-2-desoxy-1-seleno-β-D-glucopyranosid. Zusammenfassend gelang es in dieser Arbeit durch den Einsatz der Speziesanalytik den Metabolismus von Selen weiter aufzuklären. Zum Teil sind die Ergebnisse in guter Übereinstimmung mit dem bisherigen Kenntnisstand zum Metabolismus von Selen. Allerdings liefern die gewonnenen Daten darüber hinaus zusätzlich Erkenntnisse zu neuen Stoffwechselwegen wie der Oxidation von Selenit zu Selenat oder zur Bedeutung einzelner Stoffwechselwege wie dem direkten Abbau von Selenmethionin zu Methylselenol mittels γ-Lyasen. Für die Allgemeinbevölkerung, die überwiegend organische Selenverbindungen wie Selenmethionin und Selenocystein aus der Nahrung aufnimmt, konnten bedeutende interindividuelle Unterschiede in einzelnen Stoffwechselwegen gezeigt werden. Die Erkenntnis, dass der Stoffwechselweg der TMSe-Bildung nur in einem Teil der Allgemeinbevölkerung stattfindet, eröffnet die Notwendigkeit einer Differenzierung des Metabolismus hinsichtlich dieser Fähigkeit. Darüber hinaus konnten weitere den Metabolismus beeinflussende interindividuelle Unterschiede in der SeSug1-Bildung gezeigt werden. Für Personen mit beruflicher Exposition gegenüber anorganischen Selenverbindungen insbesondere Natriumselenit und –selenat konnte gezeigt werden, dass die Bestimmung von Selenat im Urin einen sensitiven Belastungsmarker bei einmaliger oder kurzzeitiger Exposition darstellt. Für eine optimale Expositionserfassung sollte die Probenahme aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Selenat in diesen Fällen direkt am Expositions- oder Schichtende erfolgen. Bei einer Risikoabschätzung ist zusätzlich zu berücksichtigen, dass sich der Anteil der aufgenommenen Dosis der renal als Selenat ausgeschieden wird, für die beiden Spezies stark unterscheidet. Die Ergebnisse haben weiterhin für den Bereich der Nahrungsergänzungsmittel in dem sowohl organische als auch anorganische Selenverbindungen eingesetzt werden, gezeigt, dass die Wahl der Selenquelle neben Unterschieden in der Kinetik und der damit einhergehenden Bioverfügbarkeit auch einen großen Einfluss auf das gebildete Metaboliten-Spektrum besitzt. Die unterschiedliche Bioaktivierung der einzelnen Selenspezies zu Selenid oder weiteren teilweise noch unbekannten Stoffwechselprodukten kann demzufolge einen entscheidenden Faktor im Wirkmechanismus von Selen auf verschiedene Körperfunktionen darstellen. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sollten nun Versuche unternommen werden, die Strukturen der bisher unbekannten Metaboliten aufzuklären, um deren Kinetik untersuchen zu können. Darüber hinaus sollten weitere Probandenstudien mit höheren Dosierungen bzw. langfristiger Exposition durchgeführt werden, mit dem Ziel die Ursachen für den Unterschied im Methylierungsstoffwechsel aufzuklären und ob diese Unterschiede die Toxizität der einzelnen Selenverbindungen beeinflussen. Selenium is an essential component of more than 25 physiologically important human enzymes. The daily demand is predominantly covered by food in form of organic selenium compounds like selenomethionine and selenocysteine. Further routes of exposure are either the intake of dietary supplements for selenium supplementation or the absorption of inorganic selenium compounds/elemental selenium by dermal contact or inhalation at workplaces of the selenium producing/processing industry. Due to differences in the toxic potential of the individual selenium compounds, which could either be absorbed or metabolically formed, a differentiated investigation gets more and more important using speciation analysis to assess both positive and adverse health effects. The aim of this thesis was to analyze the renal excretion of selenium using speciation analysis in order to investigate the human metabolism and the toxicokinetics of selenium. For this purpose, investigations on the background levels of the general population and additionally human in vivo metabolism studies were carried out. The required analytical methods for a reliable and sensitive determination of selenium species in human urine were developed and validated in this work. The methods were based on three different liquid chromatographic separation techniques (ion pairing, anion exchange and cation exchange chromatography), which were coupled to an inductively coupled plasma-mass spectrometer for selenium specific detection. The methods contained the following nine selenium species: trimethylselenium ion (TMSe), selenate (SeVI), selenite (SeIV), Se-methylselenocysteine (SeMCys), Se-methylselenoglutathione (MSeG), selenoethionine (SeEt), selenomethionine (SeMet), methyl-2-acetamido-2-deoxy-1-seleno-β-D-galactopyranoside (SeSug1) and methyl-2-amino-2-deoxy-1-seleno-β-D-galactopyranoside (SeSug3). The detection limits of the analytes were in the range of 0.1 - 0.2 µg Se/L urine. In samples of the general population, who were not occupationally exposed or supplemented with selenium or selenium compounds, the species SeSug1, SeSug3, TMSe, SeVI and SeMCys could be detected. The concentrations of the other specific analyzed species were below the limit of quantification. For the first time the detection of SeMCys and SeVI was carried out in urine samples of the general population. Furthermore, the study confirmed the important role of selenium containing sugars in the metabolism and the renal elimination of selenium. In most samples of the investigated collective, SeSug1 and SeSug3 were the metabolites with the largest share of total selenium. Furthermore, the relation of SeSug1 and SeSug3 showed a dependency of the exposure level. In addition, a dichotomous distribution regarding the ability to form TMSe was observed in the German general population. In the population group, which is able to generate this metabolite (TMSe eliminators), TMSe is the main elimination product. Moreover it was found that the TMSe metabolism does not compete with the formation of selenium containing sugars by alimentary selenium intake. Based on these results, human in vivo metabolism studies were carried out. In these studies the metabolism and toxicokinetic, after oral administration of sodium selenate (50 µg selenium), sodium selenite (200 µg selenium) or selenized yeast (100 µg selenium) should be investigated in general and furthermore according to the TMSe status of each subject. Therefore, changes in plasma concentration as well as the renal elimination were successively investigated over 24 hours after exposure. Altogether, it has been shown that due to the relatively high basis value of selenium in plasma, the determination does not serve as a sensitive marker for the assessment of short-term or one-time exposures. On the contrary, the oral ingestion of the three supplements showed a distinct increase in renal selenium elimination. In these cases the results suggest that the determination of selenium in urine can be an additional parameter. However, the species showed clear differences in the share of dose excreted in urine, as well as in time and rate of the maximum elimination. After exposure to sodium selenate, 31.1 ± 7.6% (TMSe eliminators: 27.9 ± 5.5%; non-TMSe eliminators: 33.6 ± 8.8%) of the administered dose were excreted in urine. The maximum elimination occurred very fast, already two hours after exposure. The speciation analysis demonstrated that the main elimination product of all subjects was unmetabolized selenate, which apparently was not supplied to the selenide pool. The oral ingestion of sodium selenate caused only in the group of TMSe eliminators an increased generation of TMSe, as well as in one subject of the non-TMSe eliminators a clearly increased SeSug1 elimination. After oral ingestion of sodium selenite, 8.5 ± 5.3% (TMSe eliminators: 5.4 ± 3.4%; non-TMSe eliminators: 10.0 ± 5.6%) of the administered dose were eliminated by the kidneys in the urine with a maximum elimination after six hours. Due to the TMSe status of the subjects, sodium selenite was metabolized differently. However, unmetabolized selenite could not be detected. In the group of TMSe eliminators selenite was mainly metabolized to TMSe and SeSug1. The main elimination product of the non-TMSe eliminators was SeSug1, TMSe could not be detected. However, in this group half of the additionally eliminated selenium was excreted in form of metabolites which could not be assigned to any of the known reference substances. Furthermore, this study showed for the first time the oxidation of selenite to selenate in the human body, which is afterwards excreted in the urine. The exposure to selenized yeast containing the selenium mainly in form of selenomethionine, showed that 11.8 ± 4.1% (TMSe eliminators 10.8 ± 4.6%; non-TMSe eliminators: 12.6 ± 4.2%) of the dose were excreted with the urine within the first 24 hours. The maximum elimination was achieved after four hours. Unmetabolized selenomethionine could not be detected. The main metabolite in the group of TMSe eliminators was TMSe, while SeSug1 played only a minor role after exposure to selenomethionine. This indicates a direct transformation of selenomethionine by γ-lyases to methylselenol, which is afterwards metabolized easier to TMSe. In persons, who are not able to generate TMSe, SeSug1 also represents the main elimination product after this exposure. However, this experiment demonstrated that the known reference substances cover only half of the additionally eliminated selenium. A large part of the additionally eliminated selenium is excreted in form of metabolites of unknown structure. For the first time the use of speciation analysis and the thereby available elimination courses enabled the determination of elimination half-lives of the single species. In addition a delayed elimination of SeSug1 and TMSe was found after ingestion of sodium selenite. Summing up the results of the conducted studies, the following findings for the metabolism of selenium were obtained. Selenate was eliminated with the urine after exposure to the two inorganic selenium compounds. After ingestion of organic selenium compounds of food or selenized yeast containing dietary supplements, selenate was either formed not at all or only in traces. SeSug3 is generated in company with SeSug1 but represents only a by-product after exposure, regardless of the administered species. Generally SeSug1 and TMSe are the main metabolites in the metabolism of selenium. However, strong inter-individual differences occur in the formation and the elimination of the two metabolites. SeSug1 was formed to a greater extent only in one subject after sodium selenate exposure. Also in the two other experiments SeSug1 showed large deviations in the eliminated amount of selenium after exposure. The methylation pathway to TMSe for selenium elimination was only important in subjects in which this metabolite was already detected without selenium supplementation. In the remaining subjects, this compound was not found even after additional exposure (regardless of the dose and the species). This indicates a genetic polymorphism in the metabolic pathway of TMSe. It has been shown that the ability to generate TMSe is an important factor influencing the metabolism of selenium. Besides the different elimination products, in all experiments a smaller share of the administered dose was excreted in the urine by the TMSe eliminators. It is unclear whether this is due to an increased exhalation of dimethyl selenide. In general, only the species SeSug1, TMSe, SeVI and SeSug3 played a more or less important role in selenium metabolism. The other specific analyzed species were detected either not at all or only in traces. Moreover, some of the additionally eliminated selenium could not be assigned to any of the known reference substances, particularly after exposure to selenized yeast and in the group of non-TMSe eliminators after sodium selenite exposure. After selenized yeast exposure the chromatograms showed other metabolites compared to sodium selenite administration. This indicates that these peaks are specific degradation products of selenomethionine or sodium selenite. In addition, independent of the administered species non-TMSe eliminators showed other metabolites than TMSe eliminators. In this case metabolites are conceivable, which are formed from the central intermediate selenide, for example sugars already detected in human urine like methyl-2-acetamido-2-deoxy-1-seleno-glucopyranoside. In summary, it was possible to investigate the metabolism of selenium more in detail using speciation analysis. Some of the results are in good agreement with the present state of knowledge regarding the metabolism of selenium. However, the generated data provide additional knowledge of new metabolic pathways, like the oxidation of selenite to selenate or the relevance of individual pathways, such as the direct decomposition of selenomethionine to methylselenol by γ-lyases. For the general population, whose selenium intake is predominantly covered in form of organic selenium compounds like selenomethionine and selenocysteine by food, considerable inter-individual differences within the single metabolic pathways were shown. The findings that the methylation pathway to TMSe only takes place in a part of the general population showed the need to separate the metabolism in regard to this ability. In addition, further inter-individual differences in SeSug1 formation, affecting the metabolism of selenium were shown. For persons, occupationally exposed to inorganic selenium compounds, particularly sodium selenite and sodium selenate, it was determined that selenate in urine represents a sensitive marker for single dose or short-term exposure. Considering the short elimination half-life of selenate, the sampling for an optimal acquisition of exposure should be done directly at the end of exposure or at the end of the shift. A risk assessment must take into account that the excreted portion of the absorbed dose is very different for both species. For the area of dietary supplements, using both organic and inorganic selenium compounds, it could be proven that the selection of the selenium source has a strong influence on the bioavailability because of different kinetics and on the spectrum of formed metabolites. The differences in bio-activation of the single species to selenide, as well as other partially unknown metabolites, can be an important factor influencing the mode of action of selenium on different body functions. Based on these findings, further experiments should be implemented, to clarify the unknown metabolites in order to investigate their toxicokinetics. Moreover, further studies with higher doses or long-time exposure should be carried out to investigate the reasons for the differences in the methylation pathway and whether these differences affect the toxicity of the single selenium compounds.
Share - Bookmark