publication . Part of book or chapter of book . 2002

Programmatische Überlegungen zum Status der Allgemeinen Erziehungswissenschaft

Wimmer, Michael;
Restricted
  • Published: 01 Jan 2002
  • Publisher: Verlag Ferdinand Schöningh
Abstract
Ausgehend von einer schlaglichtartigen Charakterisierung gegenwärtiger Transformationsprozesse, die nicht nur zu grundlegenden Wandlungen in den gesellschaftlichen Verhältnissen und im kulturellen Selbstverständnis geführt haben, sondern auch die Prämissen ihrer begrifflichen Identifizierbarkeit und einer reflexiven Selbstvergewisserung erschüttern, wird die interne Situation der Erziehungswissenschaft skizziert, die sich ebenfalls dilemmatisch darstellt. Denn zum einen haben neuere Theorieentwicklungen die Geltung bisheriger Voraussetzungen und Lösungen fragwürdig werden lassen, zum anderen sind der Erziehungswissenschaft neue Probleme zugewachsen, die aber ihr...
Subjects
free text keywords: Kultur, Allgemeine Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Wissenschaft, Wissenschaftstheorie, Kulturbegriff, Pluralität, Culture, General pedagogics, Sciences of education, Science, Sciences, Notion of culture, Plurality, Plurals, Erziehung, Schul- und Bildungswesen, Education, Allgemeine Erziehungswissenschaft, Homogeneous, Verstehen, Cultural science, Theory of science, Art history, Humanities, Philosophy, Educational science, ddc:370
Communities
Digital Humanities and Cultural Heritage

1 In diesem Begriff hatte die Totalität der Gesellschaft einen Namen gefunden, der zugleich als ihr Ge¬ setz und ihre Logik galt Solche Vereinigung des Heterogenen unter einem Namen mag den neueren Versuchen einer Standortbestimmung nicht mehr gelingen Man denke z B an „Die nachindustnelle Gesellschaft" (Bell 1976), „Postmodeme" (Lyotard 1982), „Postlustoire" (Kamper 1988, Sloterdijk 1988), „Dntte technologische Revolution" (Bell 1990), „reflexive Modernisierung" (vgl Beck/Giddens/Lash 1996), „Globalisierung" (vgl Bauer u a 1999) oder die jüngste Rede von der „Wissensgesellschaft" (Bohme/Stehr 1986, Stehr 1994)

2 Dies ist in dieser Schärfe bekanntlich eine zentrale Problemstellung der modernen Philosophie der Subjektivität (vgl Schulz 1979)

3 Dies hat eindrücklich M Foucault in seinen Schnften gezeigt, der Heideggers Frage nach der Technik, die Dinge erst zu Gegenständen oder Objekten gemacht hat, zur Frage nach den Techniken umgewendet hat, die Menschen erst zu Subjekten (ge-)macht (hat)

4 Man denke z B an die transklassische Logik von Gotthard Günther (1963), die sich auf G Spencer Browns „Gesetze der Form" stützende Systemtheone Luhmanns (vgl Baecker 1993) oder die dif¬ ferenztheoretische Medientheone der Schrift von Derrida (1974)

5 Sie hatte z B die Perspektivitat aller Bestimmungsversuche deutlich zu machen, denen gegenüber das Reale fremd bleibt Kants Unterscheidung von Ding-an-sich und Erscheinung tragt hier nicht mehr, da die Perspektive des Subjekts nicht mehr durch die Struktur des Verstandes abgesichert ist, so dass man sich um die Fremdheit und Widerständigkeit der Welt nicht mehr kümmern musste

6 Hegemoniefrei bedeutet also nicht machtfrei, sondern den Verlust der Möglichkeit, einen universellen Geltungsanspruch begründet durchsetzen zu können, was nicht bedeutet, dass dies nicht versucht wür¬ de und werden konnte

Anschrift des Verfassers: Univ.-Prof. Dr. Michael Wimmer, Universität Hamburg, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft, Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg, Tel: (040) 42838 2146, E-Mail: wimmer@erzwiss.uni-hamburg.de

Powered by OpenAIRE Research Graph
Any information missing or wrong?Report an Issue